Agrarbetrieb „Steinerne Heide“ setzt weiter auf Bienenstrom

Großgeschwenda.  Geschäftsführer Henry Anemüller ist mit einem Stromanbieter zur Vermarktung im Gespräch.

Henry Anemüller auf einem Feld zwischen Schweinbach und Hirzbach, auf dem eine bienenfreundliche Saatmischung angebaut wird. 

Henry Anemüller auf einem Feld zwischen Schweinbach und Hirzbach, auf dem eine bienenfreundliche Saatmischung angebaut wird. 

Foto: Robin Kraska

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Im Mai letzten Jahres berichteten wir erstmals über die Bienenstrom-Idee von Henry Anemüller, Geschäftsführer der Agrar GmbH Steinerne Heide in Großgeschwenda. Die erste Aussaat des bienenfreundlichen „Landsgaarder Gemenges“ aus Wicken, Erbsen und Klee und Gras auf einem Feld direkt am Ortsrand ist längst abgeerntet. Der Clou: Der Ernteertrag kann später in Biogasanlagen umweltfreundlich zu Strom umgewandelt werden - hinter dem Gedanken steht also ein Doppeleffekt: Dem Insektensterben entgegenwirken und gleichzeitig saubere Energie zu gewinnen.

Derzeit ist Anemüller in Kontakt mit einer Leipziger Stromvermarktungsfirma, um sich beraten zu lassen. Auf der bisherigen Fläche soll dieses Jahr der Fruchtfolge wegen Raps wachsen. Doch die Bienenmischung geht weiter: Ende September säte der Betrieb sie auf einem Feld und einer Fläche von rund 164 Hektar zwischen Hirzbach und Schweinbach wieder aus, 2020 ist eine weitere Aussaat geplant. Wichtig ist Henry Anemüller: „Auf diesen Flächen werden keinerlei Pflanzenschutzmittel angewandt“. Zusätzlich sei die Mischung ein gesundes Tierfutter, auch weil sie viel weniger gedüngt werden müsse, als etwa der beliebtere und für die Bauern deutlich ertragreichere Mais. Auf ihn verzichtet Großgeschwenda seit einigen Jahren komplett.

2019 war schlechtestes Jahr überhaupt

Die erste Aussaat sei von allerlei Tieren sehr gut angenommen worden. „Bienen und andere Insekten, dazu viel Niederwild, vor allem Hasen - da war richtig Betrieb drin!“, freut sich der Landwirt. Wenn auch die Stromvermarktung noch Zeit brauche, so sei der ökologische Effekt bereits offensichtlich. Mit dem halben Dutzend Imkern im näheren Umkreis arbeite man gut zusammen, sie unterstützten die Idee, sagt Anemüller, der die Idee Bienenstrommischung und -idee gerne weiterentwickeln würde und dazu auf politische Weichenstellungen hofft.

Abseits dieser Vision sei 2019 aber ein sehr schlechtes Jahr gewesen, unser „schlechtestes überhaupt bisher. Die Dürre hat uns extrem zugesetzt.“ Statt wie üblich bis zu vier Schnitten vom Grünland sei nur einer möglich gewesen. „So braune Felder und Wiesen gab es noch nicht“, findet Anemüller; vor allem die Almen rund um Schmiedefeld hätten einen erschreckenden Anblick geboten. Ein Feld- und zwei leichte Maschinenbrände kamen noch dazu. Aufgrund der Feuergefahr konnten sie eine Woche lang nicht ernten.

Grundsätzlich wünscht sich Henry Anemüller eine Versachlichung der oft emotionale geführten Debatte um die Landwirtschaft. „Gefühle interessieren die Natur nicht. Wir müssen uns auf respektvoller Ebene begegnen und als Landwirte selbst an einem Image arbeiten, das unserer Arbeit entspricht“, findet er.

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