Am Theater Rudolstadt wird jetzt wieder geklotzt

Rudolstadt  Parallel zur Suche nach einem neuen Generalplaner beginnen in diesem Monat die Tiefbauarbeiten am Haupthaus.

Seit dieser Woche wird auch im Außenbereich des Rudolstädter Theaters wieder gearbeitet. Die Firma Betting ist dabei, das Haupthaus zu entkernen. Hier soll für rund 1,7 Millionen Euro ein Umfassungsbau entstehen, der die Spielstätte vor künftigen Hochwassern schützt. Die gesamte Baumaßnahme kostet nach neuen Schätzungen jetzt mehr als 14 Millionen Euro.

Seit dieser Woche wird auch im Außenbereich des Rudolstädter Theaters wieder gearbeitet. Die Firma Betting ist dabei, das Haupthaus zu entkernen. Hier soll für rund 1,7 Millionen Euro ein Umfassungsbau entstehen, der die Spielstätte vor künftigen Hochwassern schützt. Die gesamte Baumaßnahme kostet nach neuen Schätzungen jetzt mehr als 14 Millionen Euro.

Foto: Thomas Spanier

Matthias Moersch ist anzusehen, dass sein Urlaub in diesem Jahr kurz und arbeitsreich war. Während viele Mitarbeiter des Theaters Rudolstadt ausgiebig die Saisonpause genossen, war der Verwaltungsdirektor des Hauses damit beschäftigt, den Fortgang der Sanierung der Spielstätte zu koordinieren. „Aus wichtigem Grund“, so die offizielle Sprachregelung, haben man dem Generalplaner der Maßnahme gekündigt. Naturgemäß sind die Arbeiten ein bisschen ins Stocken gekommen.

Um den bereits entstandenen Zeitverzug nicht noch größer werden zu lassen, wird gegenwärtig auf verschiedenen Ebenen parallel gearbeitet. Um eine klare Trennung bereits erbrachter und künftig noch zu erbringender Leistungen festzustellen, wird der Bau gerade minuziös dokumentiert. Anschließend soll mit Hilfe einer Arbeitsgemeinschaft die Planung erneut europaweit ausgeschrieben werden; nicht vor November, wie Moersch schätzt.

Damit die Zeit dazwischen aber nicht nutzlos verstreicht, hat man zwei ehemalige Mitarbeiter des beauftragten Architekturbüros für die Übergangszeit direkt am Theater angestellt. Die Kosten dafür trägt das Land. Mit den beteiligten Fachplanern wurden Zwischenverträge angeschlossen, um die Arbeiten vorantreiben zu können.

Neben dem bereits in Erd- und Obergeschoss fertiggestellten Funktionsbau und den gedeckten Dächern von Schminkkasten und Haus „Boucher“ ist die in dieser Woche angerückte schwere Technik Ausweis der nun beginnenden Tiefbauarbeiten am Haupthaus des Theaters, wo das Hochwasser als Verursacher der gesamten Sanierungsarbeiten vor sechs Jahren am heftigsten wütete.

Die Betting AG mit Sitz in Unterwellenborn ist gerade dabei, das Haus komplett zu entkernen und nicht mehr benötigte Gebäudeteile abzureißen. Der Auftrag für den „Umfassungsbau“, der einen Umfang von rund 1,7 Millionen Euro hat, war noch vom nun gekündigten Planer vergeben worden. Dass es statt wie geplant im Frühjahr erst jetzt losgehen kann, liegt auch Moersch auch an technischen Feinheiten wie einem erforderlichen Baugrundgutachten, dem Verlauf von Gasleitungen und notwendiger Einschränkungen des Verkehrs-raums bis hin zur Bundesstraße am Saaldamm.

Am 23. September soll die Baugrube offiziell geöffnet werden. Dann wird beim Eingraben von Spundwänden durch die Firma queller Bau aus Niederkrossen als Subunternehmen und das Ausschachten zur Vorbereitung des Umfassungsbaus viel Erde bewegt werden. Eine „weiße Wanne“ aus Spezialbeton und ein das alte Objekt umfassender Neubau sollen als Schutzwälle gegen das Wasser dienen. Aktuell geht der Bauplan von einer Fertigstellung Ende nächsten Jahres aus.

Was steckt alles in den gut 14 Millionen Euro Kosten

Das Geld für die Sanierung stammt aus dem Programm zur Beseitigung der Hochwasserschäden von 2013. Aus den ursprünglich geplanten 9,5 Millionen Euro sind nach aktuellen Schätzungen 14,4 Millionen Euro geworden.

Die Mittel werden zu 100 Prozent durch den Bund und das Land Thüringen bereit gestellt. Stadt, Landkreis oder Theater zahlen keinen Eigenanteil.

Die erste Investition war der Umbau des Stadthauses „Deutscher Krug“ als Interimsspielstätte des Rudolstädter Theaters. Dafür wurden bereits bis zum Jahr 2018 rund 1,5 Millionen Euro aufgewendet.

Neben dem Haupthaus mit der großen Bühne waren von den Hochwasserschäden auch der Schminkkasten als Spielstätte der kleineren Formate und das Haus „Boucher“ betroffen. Bei beiden Objekten wurde das Dach saniert.

Bereits so gut wie durchsaniert ist der sogenannte Funktionsbau, in dem sich der Backstagebereich mit Schauspielergarderobe, Ankleide und Maske befinden.

Vergeben sind die Arbeiten für den Umfassungsbau des Haupthauses, die jetzt gerade anlaufen. Für rund 1,7 Millionen Euro entstehen eine „weiße Wanne“ aus Spezialbeton und ein Neubau, der das Haus umgibt. Auch die Außenanlagen werden neu gestaltet.

Einen neuen Platz in dem Objekt finden Besuchertoiletten und Garderobe.

Zu den Kommentaren