Apotheken in Saalfeld-Rudolstadt: Plexiglas für Sicherheit

Landkreis.  Für Apotheken bedeutet die Corona-Krise Hochsaison. Mangel herrscht indes bei Desinfektionsmitteln und Mundschutz für Mitarbeiter und Kunden.

Dana Géč zeigt in der Gertruden-Apotheke zwei Fläschen mit Desinfektionsmittel, das sie selbst zubereiten.

Dana Géč zeigt in der Gertruden-Apotheke zwei Fläschen mit Desinfektionsmittel, das sie selbst zubereiten.

Foto: Foto: Robin Kraska

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Corona-Krise ist Pharma-Zeit. In der Loquitz-Apotheke in Probstzella zum Beispiel sei der Ansturm letzte Woche „extrem“ gewesen, sagt Inhaberin Jacqueline Pabst. „Inzwischen hat es sich schon etwas beruhigt“. Falschmeldungen von Medikamentenknappheit hätten für Verunsicherung gesorgt, „die Leute haben sich mit Paracetamol eingedeckt“, erzählt die Pharmazeutin. Grund für Hamsterkäufe gebe es jedoch nicht, „auch Ibuprofen ist noch genügend da“. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Mangelware Nummer 1 ist Desinfektionsmittel. Der Eigenbedarf sei zwar noch gesichert, der Kundenverkauf musste aber gestoppt werden, selbst die Eigenherstellung ist nicht mehr möglich. „Uns fehlen die Ausgangsstoffe“, sagt Pabst. Zuletzt beschränkten sie ihre Produktion auf den Bedarf von Heimen und Arztpraxen, „und das war schon nicht viel“.

Nun hat sich Jacqueline Pabst ans Landesamt für Verbraucherschutz gewandt und nach Schutzausrüstung gefragt, denn auch Mundschutz ist bereits aus. Die Kunden seien meist verständnisvoll, viele aber auch verunsichert. „Das merkt man schon. Wir müssen jetzt positiv bleiben!“

Hausapotheken werden überprüft

Ähnliches berichtet Edda Hesse von der Greif-Apotheke in Bad Blankenburg, wo ebenfalls Mundschutzmasken und Desinfektionsmittel knapp werden. Letztere geben sie auch nicht mehr an Kunden aus. „Schmerzmittel sind aber noch da“, sagt die Inhaberin. Der Umgang der Menschen mit Corona habe sich gewandelt: „Noch vor zehn Tagen hörten wir immer wieder, man solle es nicht übertreiben. Doch seitdem die Hausarztpraxis hier schließen musste, sind sie vorsichtiger geworden.“ Jetzt hat Hesse transparente Schutzblenden für die Bedienungstheke und eine Notdienstklappe bestellt.

Diese Blenden hat auch Dana Géč in ihrer Gertruden-Apotheke in Saalfeld aufgehängt, was „keine Dauerlösung“ werden soll. Den Unmut mancher Kunden könne sie „zum Teil nachvollziehen“. Hamsterkäufe habe sie nicht feststellen können, dafür einen indirekt positiven Aspekt: „Viele stellten fest, dass ihre Hausapotheke abgelaufen war und sie erneuert“.

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