Bad Blankenburg: Altes Wehr mit neuer Zukunft

Bad Blankenburg  Die beiden Wehrstufen am Chrysopras-Wehr der Fröbelstadt sind fast komplett fertiggestellt.

Der derzeit niedrige Wasserstand ist für den Fortgang der Arbeiten am Chrysopras-Wehr äußerst günstig.

Der derzeit niedrige Wasserstand ist für den Fortgang der Arbeiten am Chrysopras-Wehr äußerst günstig.

Foto: Roberto Burian

So manches baugeschichtlich interessante und das Ortsbild prägende Gebäude aus vergangener Zeit hat in Bad Blankenburg die Stürme der Zeit nicht überstanden. Paradebeispiele hierfür sind das „Schwarzeck“ oder das Hotel „Chrysopras“.

Ein ähnliches Schicksal drohte vor nicht allzu langer Zeit auch dem gleichnamigen Wehr. Es wurde nach einem Halbedelstein benannt und 2006 in die Liste der denkmalgeschützten Anlagen des Freistaats aufgenommen. Das Wehr als kleiner Wasserfall und der zugewachsene Uferbereich machen den Ort zu einem beliebten Rastplatz für Familien.

Für Alt und Jung ist diese Stelle ein gutes Beispiel dafür, wie man in der Stadt Natur erleben kann. Allerdings war das eindrucksvolle historische Bauwerk am Eingang zum Schwarzatal gefährdet, da es sich in einem äußerst schlechten baulichen Zustand befand. Selten hat ein Thema Einheimische, Politiker, aber auch zahlreiche Auswärtige so elektrisiert wie die Frage, ob eines der landschaftsprägenden Elemente im Schwarzatal erhalten bleibt oder abgerissen wird.

Längst hatte sich der Protest bis nach Erfurt herumgesprochen. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) aber auch Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) waren zu Gesprächen in die Fröbelstadt gereist und sagten danach ihre Unterstützung zu. Schließlich war auch den politisch Verantwortlichen schnell klar, dass Bürger naturnahe Flächen wie diese zur Erholung aufsuchen. Mittlerweile hat sich die beauftragte Baufirma mächtig ins Zeug gelegt, und längst sind umfangreiche bauliche Aktivitäten im Umfeld des Projektes feststellbar.

Mit beachtlichem Aufwand haben die Mitarbeiter das rund 200 Jahre alte Bauwerk Zug um Zug saniert. Rund 500.000 Euro seien bisher in die Bauarbeiten geflossen, so das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN). Der derzeit niedrige Wasserstand ist für den Fortgang der Arbeiten äußerst günstig. Die beiden Wehrstufen sind fast komplett fertiggestellt. Die Verfugung der oberen Stufe ist weitestgehend abgeschlossen, auf der unteren Stufe laufen derzeit noch Arbeiten.

Später folgt noch eine Fischtreppe

Anschließend sind die Schieferplattenlagen durch Stahlanker untereinander zu verbinden. Im Tosbecken unterhalb des Wehres werden große Steinquader verlegt. „Diese Arbeiten sollen bis Ende Juli beendet sein, so dass das Wasser der Schwarza auch bei Niedrigwasser wieder über den neuen Fachbaum auf der Wehrkrone fließen kann. Im Anschluss wird noch das rechte Widerlager einschließlich der Schützanlage zur Lache erneuert bzw. instand gesetzt. Das TLUBN habe seine Bereitschaft erklärt, diese Arbeiten im Rahmen der Wehrsicherung mit durchführen zu lassen, informiert Bad Blankenburgs Bauamtsleiter Andreas Vollrath.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann neben dem Wehr noch eine Fischtreppe angelegt werden. Im Rahmen ihrer Sommertour wird die Thüringer Umweltministerin Anfang August das Chrysopras-Wehr erneut besuchen, hieß es.

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