CDU-Mitglieder in Saalfeld-Rudolstadt „am ehesten für Friedrich Merz“

Saalfeld/Rudolstadt  Vor dem Parteitag: Wen sich CDU-Mitglieder im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt als CDU-Vorsitzenden wünschen.

CDU-Kreischef und Saalfelder Bürgermeister Steffen Kania

CDU-Kreischef und Saalfelder Bürgermeister Steffen Kania

Foto: Privat

Auf dem digitalen Parteitag der CDU am 15. Und 16. Januar wählen die Christdemokraten einen neuen Vorsitzenden. Doch wer soll es werden? Namhafte CDU-Mitglieder in Saalfeld-Rudolstadt haben da ihre Vorstellungen. Bettina Fiedler, Vize-Bürgermeisterin in Saalfeld, plädiert für Friedrich Merz, da dieser „die größte Wirtschaftskompetenz im Vergleich zu den anderen Kandidaten hat“. Jener Friedrich Merz also, der 1997 im Bundestag noch dagegen stimmte, eine Vergewaltigung in der Ehe genauso zu bestrafen wie eine außereheliche? „Merz hat da sicher einen Wandel vollzogen“, meint Bettina Fiedler und bekräftigt: „Davon würde ich ganz stark ausgehen!“

Sie findet es indes schade, dass sich keine Frau in dem Kandidatenreigen findet: „Annegret Kramp-Karrenbauer hätte ich auch gern gesehen und es ihr auch zugetraut.“ In Anbetracht der aktuellen Situation müsse der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt werden, erklärt Bettina Fiedler weiter, und in diesem Punkt sei Merz der beste Kandidat.

Herbert Wirkner aus Rudolstadt, langjähriger CDU-Landtagsabgeordneter, will sich auf keinen Namen festlegen. Er betont, für ihn sei die soziale Markwirtschaft „das A und O“. Gemeint sei damit „soziale Sicherheit durch Arbeit“. Wirkner: „Ich wüsste nicht, wer von den dreien dafür steht.“ Zudem bedauert der Rudolstädter, dass es keinen Kandidaten aus Ostdeutschland gibt.

Der CDU-Kreischef und Saalfelder Bürgermeister Steffen Kania bekennt, dass ihm ein vierter Kandidat lieber gewesen wäre und nennt auch einen Namen: Carsten Linnemann, den stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von den tatsächlichen Kandidaten würde sich Kania „am ehesten für Friedrich Merz“ entscheiden, „weil mit ihm am ehesten eine Profilschärfung gelingt“. Die Frage der späteren Kanzler-Kandidatur „steht auf einem ganz anderen Blatt“, meint Kania: „Da müssen sich CDU und CSU zusammenraufen.“

Der CDU-Landtagsabgeordnete Maik Kowalleck macht auf seiner Facebook-Seite keinen Hehl daraus, dass Friedrich Merz der Kandidat seiner Wahl ist. Und das „weil Friedrich Merz mit seiner Wirtschaftskompetenz und seiner klaren Haltung der richtige Kandidat ist“, wie Kowalleck gegenüber dem MDR sagte. Da er einer der 1001 Delegierten des CDU-Parteitags sei, werde er seinen Beitrag dazu leisten, dass Merz am 16. Januar zum CDU-Vorsitzenden gewählt wird.