Kolumne

Das junge Bürgertum

Guido Berg zur neuen Intensität der politischen Debatten in Saalfeld.

Guido Berg.

Guido Berg.

Foto: Lutz Prager

Es ist etwas aufgebrochen bei den Saalfeldern. Es wird mehr über öffentliche Angelegenheiten und die Zukunft der Stadt diskutiert. Es gibt mehr Saalfelder, die sich als Bürger dieser Stadt fühlen und deren Geschicke mitbestimmen wollen.

Freilich sehen wir, dass einige Bürgern ihren neuen Mitbestimmungsanspruch dadurch ausleben, in dem sie ihre Rosinante satteln und gegen die Windmühlen einer angeblichen Corona-Diktatur anstürmen.

Ich sehe das als die Kinderkrankheit des jungen Bürgertums und denke, das geht vorüber. Im Erwachsenen-Stadium werden die echten Fragen angegangen, die da heißen: „Wie wollen wir leben im Zeitalter des Klimawandels?“ „Wie meistert unsere Stadt den Mobilitätswandel?“ „Wie gelingt mehr politische Teilhabe?“

Die vom Bürgermeister initiierten Debatten zur Gestaltung des Kirchplatzes und der Blankenburger Straße zähle ich ebenso zu den ermutigenden Anzeichen des demokratischen Fortschritts wie das Agieren der Fraktion „Bürger für Saalfeld“ (ehemals Die Jungen), die mit ihren jüngsten Vorstößen etwa für Elektroauto-Parkplätze gute Schritte in die richtige Richtung unternehmen.