Das Publikum in Saalfeld profitiert an diesem Wochenende von einer kulturell-diplomatischen Initiative

Rudolstadt/Saalfeld  Zum 1. Sinfoniekonzert unter dem Titel „Weimarer Klassik in St. Petersburg“ wurde fast eine Hundertschaft russischer Künstler nach Thüringen eingeflogen.

1. Sinfoniekonzert unter dem Titel „Weimarer Klassik in St. Petersburg“: Die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt haben sich fast 100 Musiker aus St. Petersburg eingeladen.

1. Sinfoniekonzert unter dem Titel „Weimarer Klassik in St. Petersburg“: Die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt haben sich fast 100 Musiker aus St. Petersburg eingeladen.

Foto: Norbert Kleinteich

Vor fast hundert Jahren gab es die „Russische Saison“ im Paris der 20er Jahre mit den berühmten Balletten von Stravinsky. Jetzt hat man diese Tradition in die Neuzeit übertragen. Nach Italien und Japan im vorigen Jahr, ist jetzt Deutschland das Partnerland der „Russischen Saison“. Ein Abglanz dieser kulturell-diplomatischen Initiative fällt an diesem Wochenende auf das Städtedreieck. Zum 1. Sinfoniekonzert unter dem Titel „Weimarer Klassik in St. Petersburg“ wurde fast eine Hundertschaft russischer Künstler nach Thüringen eingeflogen.

Oliver Weder, Chefdirigent der Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt, ist gewiss nicht ganz unschuldig daran. „Ich pflege schon seit 30 Jahren enge Beziehungen zu Russland, habe in St. Petersburg studiert, sechs Jahre als junger Dirigent in Russland gearbeitet und bin fast jedes Jahr in St. Petersburg für ein Konzert“, sagt er. So lag es nahe, dass sich mit der Music Hall eines der St. Petersburger Opernhäuser das Theater Rudolstadt als Partner für so eine Gastproduktion ausgesucht hat.

Die St. Petersburger sind mit einem dreißigköpfigen Chor gekommen, mit zehn Gesangssolisten und 26 Orchestermusikern. Dazu kommen noch Pianisten, Chorleiter, Chefdirigent Fabio Mastrangelo und Regisseur Viktor Vysotzki. „Das Theater Rudolstadt hat keinen Cent bezahlt. Die russischen Kulturbehörden übernehmen sämtliche Kosten. Die Flüge, die Hotels, die Gagen. Wir sind Nutznießer einer kulturell-diplomatischen Initiative und ich freue mich, dass wir das dem Publikum so präsentieren können. Die Einnahmen bleiben in Rudolstadt“, sagt Oliver Weder, der sich freut, diesmal Gastgeber statt Dirigent zu sein.

Den Bezug zur Schillerstadt Rudolstadt habe man zum Anlass genommen, „Jungfrau von Orléans“ von Tschaikowski aufzuführen. Man brauche eine logische Verknüpfung, so Weder.

1. Sinfoniekonzert „Weimarer Klassik in St. Petersburg“, heute 19.30 Uhr, Saalfeld, Meininger Hof,

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.