Meine Meinung

Der Rest ist Statistik

Thomas Spanier, Redaktion Saalfeld-Rudolstadt

Thomas Spanier, Redaktion Saalfeld-Rudolstadt

Foto: Peter Michaelis

Thomas Spanier über nachösterliche Eier.

Selbstverständlich haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, Ostern in selbstgewählter Isolation verbracht, ohne das große Wiedersehen mit Geschwistern, Kindern und Enkeln, haben jegliches Treffen auf maximal fünf frisch getestete Personen aus höchstens zwei Haushalten beschränkt, auf Abstand, Masken und Hygiene geachtet und auch sonst alle Regeln des Infektionsschutzes beachtet.

Natürlich haben Sie dabei auch bedacht, dass die Schwiegereltern, Freunde und Kinder Ihrer Gäste, die diese zwischen Karfreitag und Ostersonntag getroffen haben, als virtuelle Infektionsgefahr bei Ihnen mit am Ostermontagstisch saßen. Dann – und nur dann - haben Sie nichts zu befürchten.

Auf alle anderen könnte, nach der Schneedecke am Dienstag, noch eine andere nachträgliche Osterüberraschung warten. Denn war nur einer Ihrer tatsächlichen oder virtuellen Gäste infektiös, dann ist der Rest Statistik. Ein Teil wird gar nichts davon mitbekommen, ein anderer ab Freitag erste Symptome verspüren.

Bei vier von fünf wird die Erkrankung mild bis mäßig verlaufen, bei einem sich der Zustand nächste Woche so verschlechtern, dass er mit schweren Atembeschwerden ins Krankenhaus muss. Dort liegt er dann mit 50 anderen, denen es ebenso erging und von denen 44 die Klinik lebend wieder verlassen werden.

Wenn Sie Glück haben, können Sie das Ganze zu Pfingsten wiederholen. Wenn nicht, wird einer fehlen. So wie 239 andere, die seit November im Landkreis verstorben sind. An oder mit Corona. Als ob das einen Unterschied macht.