Der Theater-Spiel-Laden beendet Sommertheater an den Bauernhäusern in Rudolstadt nach acht ausverkauften Vorstellungen

Rudolstadt  Am vergangenen Wochenende beendete der Theater-Spiel-Laden seine diesjährige Sommertheater-Saison nach acht ausverkauften und vom Publikum gefeierten Aufführungen im Hof der Thüringer Bauernhäuser. Die Autorin Julie Schrader hat die schaurig-vergnügliche Geschichte „Genoveva oder Die weiße Hirschkuh“ erzählt. TSL-Chef Frank Grünert dirigierte, in wunderbarer Zurückhaltung, als Frau Schrader sein Ensemble.

Geschafft. – Begeisterter Beifall für das Sommertheater-Ensemble vom Theater-Spiel-Laden. Am Wochenende feierte das Publikum die zwei letzten ausverkauften Vorstellungen in diesem Jahr.

Geschafft. – Begeisterter Beifall für das Sommertheater-Ensemble vom Theater-Spiel-Laden. Am Wochenende feierte das Publikum die zwei letzten ausverkauften Vorstellungen in diesem Jahr.

Foto: Ramona Hübner

Schnell wurde klar, hier wird Theater gespielt, in körperlicher Stilisierung mit großer Disziplin und enormer Spielfreude. Unter der klugen Regie von Hans Burkia und stimmig ausgestattet von Hans-Joachim Wolf. Das Publikum folgte einer überaus kitschigen und klischeehaften Geschichte mit Genuss, weil es hier Vollblutkomödianten, begleitet von Christian Hübner mit Akkordeon als einem wunderbaren Kapellmeister gelingt, eine Theatervorstellung zu präsentieren, die man einfach in der märchenhaften Freilichtkulisse genießen kann.

Die Besucher konnten erleben, was selten an Theatern passiert, wie man eine „Klamotte“ gekonnt auf die Bühne bringt.

Herrlich Chris Henkel als furchtbares Scheusal Hugestines und Kaiser Wilhelm II. Ebenso spielt Frank Grünert neben der Autorin seine zwei weiteren Rollen mit sparsamsten Mitteln und punktgenau: den Drehorgelmann und den Mann vom Leichendienst. Vevchen, dargestellt von Kassandra von den Steinen kann Geige spielen, bezaubernd singen und überzeugt als verliebte, verzweifelte Magd und als Hirschkuh.

Mittendrin Ursula Jahn als eifersüchtige Frau Plückerjahn und Michael Wirkner als ihr windiger Neffe. Über allen steht der Engel Hesekiel, den Maximilian Merkel, so schön als Erscheinung und auch so aufmerksam gestaltet. Mit winzigen Bewegungen, oft nur mit den Augen, kommentiert er die verwirrenden Geschehnisse der Geschichte. Über allen stehend, sich sogar mal auf unsere irdische Ebene begebend, natürlich sofort bei seinem Herrn Entschuldigung erheischend, eben ein Engel. Natürlich müssen auch die fleißigen Techniker und Helfer im Hintergrund erwähnt werden, die dazu beigetragen haben, das eine solch wunderbare Inszenierung bei allen Vorstellungen gelungen ist.

Im nächsten Jahr wird das sagenhafte Stück noch einmal als Sommertheater im Hof der Bauernhäuser in Rudolstadt gespielt.

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