Der Weimarer Künstler Walter Sachs stellt in Saalfeld aus

Saalfeld.  Der heute 66 Jährige war einst drei Jahre lang bei der Armee. Das machte ihn zum Künstler - denn er wollte nie wieder einen Chef.

Mit Torso: Der Weimarer Künstler Walter Sachs stellt in der Zahnarztpraxis von Gabriele Süß in Saalfeld aus.

Mit Torso: Der Weimarer Künstler Walter Sachs stellt in der Zahnarztpraxis von Gabriele Süß in Saalfeld aus.

Foto: Guido Berg

Auf die Frage, warum er Künstler geworden ist, antwortet Walter Sachs nicht mit einer bedeutungsvollen Wiederholung der Frage. Der Weimarer Künstler muss nicht lange nachdenken, er hat eine konkrete und klare Antwort: „Weil ich keinen Chef haben und auch keiner sein wollte.“

Schuld ist die NVA, die Armee der DDR. Seine drei Jahre in Uniform haben ihm das schon bereitstehende Physik-Studium verleidet. Beinahe ist er den NVA-Offizieren dankbar. Allerdings wird ein gehöriges Maß an Talent auch seinen Anteil haben. Sachs überzeugte bei der Eignungsprüfung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und studierte dann Malerei und Grafik, um fortan als freischaffender Künstler zu leben: „Ich wollte für mein Tun und Lassen selbst verantwortlich sein.“

Walter Sachs scheut politische Aussagen nicht

Seine Entscheidung hat er nie bereut, wenn er auch nicht reich geworden ist. Nun ist er mit fast 66 Jahren Rentner und er ist es gern, denn die Rente verhilft ihm zu mehr Sicherheit. Einmal, da hätte er fast eine Ausstellung in München gehabt. Als er 1200 Euro Druckkosten-Zuschuss für den Katalog zahlen sollte, wurde natürlich nichts daraus.

Dabei ist Walter Sachs kein Unbekannter; zahlreiche Skulpturen von ihm stehen in Weimar, wie die Saalfelder Zahnärztin Gabriele Süß sagt, die Zeichnungen und Skulpturen des Weimarers ausstellt. Am heutigen Freitag, dem 25. September, ist die Vernissage. Beginn ist um 18 Uhr.

Interessant ist, dass Walter Sachs in seinen Arbeiten vor politischen Aussagen nicht zurückschreckt. Er findet, dass Kunstwerke mit politischem Inhalt durchaus über den Tag hinaus Gültigkeit haben können.

So hat er 2015 für den Thüringer Grafikkalender zwei Käfer abgebildet, einen mit Punkten, einen mit Strichen. Einer der Käfer fragt den anderen: „Bist Du von hier?“ Und in der Tat, das Thema Migration ist zeitlos. Das beweisen die Diskussionen um die Flüchtlinge auf Lesbos, das zeigt die Geschichte.

Walter Sachs nennt an dieser Stelle den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Und er sagt: „Meine Mutter stammt aus dem Sudetengebiet.“

Die Eröffnung der Ausstellung „Eine Idee von Liebe - Vita Nova“ mit Skulpturen, Zeichnungen und Drucken von Walter Sachs findet am heutigen Freitag, dem 25. September, ab 18 Uhr in der Zahnarztpraxis von Gabriele Süß statt. Beginn ist um 18 Uhr. Ort: Darrtorstraße 3 - 5, Saalfeld.