DGB im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt fordert faire Löhne

Saalfeld.  Laut dem Gewerkschaftsbund müssen auch im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zu viele Minijobber und Teilzeitbeschäftigte trotz Job aufstocken.

Viele Frauen arbeiten als Putzfrauen im Minijob. Und müssen ihr Gehalt vom Jobcenter aufstocken lassen.

Viele Frauen arbeiten als Putzfrauen im Minijob. Und müssen ihr Gehalt vom Jobcenter aufstocken lassen.

Foto: Norbert Försterling / Symbolbild

Im Landkreis mussten im Dezember 2019 zum Stichtag 623 Personen trotz sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zusätzlich aufstockende Leistungen vom Jobcenter in Anspruch nehmen, weil ihr Einkommen nicht zum Leben ausreichte. Das geht aus einer DGB-Auswertung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor, wie der DGB-Kreisverband mitteilt. Mehr als jeder fünfte, der zusätzliche Leistungen erhielt, hatte demnach sogar einen Vollzeitjob.

„Vollzeit zu arbeiten und trotzdem zum Amt zu müssen, ist für viele Beschäftigte entwürdigend“, sagt Kreisverbandsvorsitzender Bernhard Hecker. Der Staat werde dabei als „Lückenbüßer für niedrige Löhne missbraucht“. Viele Arbeitgeber böten nur noch atypische Beschäftigung an, etwa in Teilzeit, Minijobs oder Leiharbeit. Dies erhöhe die betriebliche Flexibilität, führe aber dazu, dass noch mehr Beschäftigte nicht von ihrem Einkommen leben können. So mussten im Landkreis 457 Beschäftigte in Teilzeitjobs Hilfen beim Jobcenter beantragen.

Besonders hoch sei die Aufstockungsquote bei Minijobs als Hauptbeschäftigung, hier mussten 317 Minijobber aufstocken. „Das überholte Minijobmodell muss beendet werden“, fordert Hecker. Und weiter: „Die Bundesregierung muss alles tun, den Niedriglohnsumpf trocken zu legen. Das heißt, der Mindestlohn muss rauf auf 12 Euro.“

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