Die Linken Susanne Hennig-Welsow und Rainer Kräuter luden in den eigentlich geschlossenen Ratskeller in Königsee

Königsee  Ein halbes Dutzend Gäste hat bei zugegeben strömendem Regen Interesse an der Thüringer Linke-Landesvorsitzenden und den Direktkandidaten der Linken, jener Partei, die sich in den Umfragen gerade ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD liefert.

Susanne Hennig-Wellsow und Rainer Kräuter beim Wählerforum im Ratskeller Königsee.

Susanne Hennig-Wellsow und Rainer Kräuter beim Wählerforum im Ratskeller Königsee.

Foto: Henry Trefz

Legt man das Echo auf den umstrittenen Höcke-Auftritt wenige Wochen zuvor im hiesigen Waldhaus zugrunde, dann war selbst die dortige Protest-Demo stärker besetzt, was die Zuschauer angeht.

So kann sich die kleine Runde tatsächlich schnell die Tische zusammenstellen.

„Lasst es uns familiär machen“, so der Vorschlag von Rainer Kräuter, den die Anwesenden nicht nur wegen der offenbar gleichen politischen Grundanschauungen kennen, sondern auch von seiner zuletzt häufigen Präsenz in den Sitzungen des Stadtrates.

Die Landesvorsitzende schlägt routiniert einen Bogen um das erste sich rundende Jahrfünft einer Linke-geführten Landesregierung, zählt die Erfolge auf, die errungen wurden, obwohl sie gar nicht Bestandteil des Koalitionsvertrages waren, wie der neue Feiertag oder die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge und redet auch nicht um die Niederlage bei der Kreisgebietsreform herum. Dass inzwischen eine von zwei Millionen Thüringern in neuen Gebietsstrukturen lebt, sieht sie als Erfolg ab und wird, nachdem auch Rainer Kräuter seine Erfahrungen aus einer Legislatur Regierungsarbeit im Parlament Revue passieren lässt, hören, dass nicht alle im Saal die Gebietsreform als Erfolg ansehen. Allerdings stört sich der Bürger weniger an der Aufgabe der Eigenständigkeit, sondern daran, dass er immerzu genötigt wird, wegen neuer Adressen aufs Amt zu laufen, das hätte man ändern können. Kritisch merken Teilnehmer der Runde auch an, dass die Zusammenlegung der Rettungsleitstellen nicht sachgerecht sei. Rainer Kräuter wird dies zu der Prognose verleiten, dass die Demografie Thüringen bald bei allen seinen Rettungsstrukturen zu völlig neuen Überlegungen zwinge. Die Kenntnis der Retter über örtliche Gegebenheiten sei das eher nur ein technisches Problem.

Susanne Hennig-Wellsow wollte von der Runde wissen, was die Politik tun könne, um mehr jungen Menschen für den Dienst in der Feuerwehr zu begeistern und nahm die Anregung mit, dass die Chance, bei der Feuerwehr gratis Lkw-Führerscheine zu machen, ein wichtiger Punkte sei. Lange und bisweilen etwas diffus sorgte sich die Runde über den massiven und laut Thüringen-Monitor nicht mehr durch Protestwahleffekte erklärbaren Erfolg der AfD und versichert sich, dass wenigstens keiner des Dutzends der im Raum Anwesenden eine blaue Wahlentscheidung treffen wird.

Zu den Kommentaren