Drei Kickboxer aus Saalfeld holen Pokale bei Newcomer-Fightnight

Saalfeld/Burladingen  Drei Kickboxer der Saalfelder Invictus-Kampfsportschule kehren von einer Newcomer-Fightnight in Burladingen mit Siegerpokalen heim und sorgen mit ihren Erfolgen für große Emotionen.

Sarah Bloß, Marie Dehmer und Daniel Schlegel (von rechts) mit ihren Trainern John Kallenbach, Theresa Melle und Sebastian Koch (hinten von links). Foto: Peter Scholz

Sarah Bloß, Marie Dehmer und Daniel Schlegel (von rechts) mit ihren Trainern John Kallenbach, Theresa Melle und Sebastian Koch (hinten von links). Foto: Peter Scholz

Foto: zgt

Marie Dehmer wollte eigentlich gar nicht. Die junge Frau aus Unterwellenborn kam vor etwa anderthalb Jahren erstmals in die Saalfelder Invictus-Kampfsportschule. „Nadine Fürst, die hier trainiert, überredete mich mehr oder weniger“, erzählt die heute 26Jährige, die damals knapp 100 Kilogramm wog. Sie wollte, ja musste irgend etwas machen. „Und ich war vom ersten Tag an total begeistert“, sagt Marie Dehmer.

Klar, am Anfang war es richtig hart. „Ich erlebte Horror-Qualen“, erinnert sich die Unterwellenbornerin. Doch das Team in der Kick- und Thai-Box-Schule habe sie immer motiviert, habe ihr viel Kraft gegeben.Und sie blieb dabei: Aus dem einmaligen Training wurden letztlich drei Einheiten pro Woche, ehe die junge Frau jetzt erstmals in den Ring stieg zur Newcomer-Fightnight im schwäbischen Burladingen.

Dort kämpfte die 26Jährige, nun um sagenhafte 35 Kilogramm leichter, in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm gegen die Frau des Veranstalters. In der Halle etwa 350 Zuschauer, die natürlich mehrheitlich für die Gastgeberin waren. „Ich war total aufgeregt“, sagt Marie Dehmer, um gleich hinzuzusetzen: „Aber als der Kampf dann los ging, war das Lampenfieber vorbei.“

Drei Runden a zwei Minuten kämpften die beiden - und die Unterwellenbornerin konnte sich danach als Punktsieger von den mitgereisten mehr als ein Dutzend Zuschauern aus Thüringen feiern lassen. Die hatten extra die 500 Kilometer lange Strecke auf sich genommen, um die Invictus-Newcomer zu unterstützen.

„Nach dem Kampf habe ich vor Freude am Ring getanzt und geheult“, sagt John Kallenbach. „Ihre ganze Vorgeschichte, warum und wie sie zum Boxen kam, war einfach so emotional für mich“, sagt der mehrfache Kick-Box-Weltmeister. Das Erlebte sei für ihn als Trainer einfach überragend gewesen, so Kallenbach, dem man seinen Stolz über die Ergebnisse der Saalfelder Kämpfer in Burladingen deutlich ansieht: Denn neben Marie Dehmer kehrten auch Sarah Bloß aus Rudolstadt und der Saalfelder Daniel Schlegel mit einem Siegerpokal von der Fightnight in Baden-Württemberg zurück.

Die dortige Veranstaltung war speziell für Nachwuchskämpfer konzipiert, wobei sich das Wort Nachwuchs nicht unbedingt auf das Alter bezieht: „Dort sind nur Akteure dabei, die maximal fünf Kämpfe absolviert haben“, erklärt Kallenbach, der offensichtlich Gefallen an der Newcomer-Fightnight fand und findet. Und der deshalb eine ebensolche Veranstaltung nun auch in seiner Heimatstadt Pößneck organisiert. Am 10. September wird es in der dortigen „Shedhalle“ so richtig zur Sache gehen, verspricht Kallenbach. „Nach jetzigem Stand der Dinge wird es 18 Kämpfe geben“, sagt der Weltmeister, der davon ausgeht, dass ein Großteil der 550 Plätze in der Shedhalle auch besetzt sein werden.

Und schon jetzt ist absehbar: Es wird für John Kallenbach bei der Pößnecker Fightnight noch emotionaler. Denn dann wird erstmals sein Sohn Colin in den Ring steigen. „Er macht bei mir Kindertraining mit und wollte unbedingt einen Kampf machen“, so der Weltmeister über seinen siebenjährigen Sohn, dem erfahrene Kämpfer großes Talent bescheinigen. Colin wird dann in der Klasse bis 25 Kilogramm kämpfen und sicherlich beim Vater die Emotionen noch viel höher als in Burladingen kochen lassen.