Ein Dienst am Nächsten

Manche lehnen das Impfen gegen ansteckende Krankheiten ab mit Verweis auf die individuelle Freiheit. Motto: „Was in meinen Körper kommt, bestimme ich.“ Ich halte die Regung zunächst für nachvollziehbar. ...

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Manche lehnen das Impfen gegen ansteckende Krankheiten ab mit Verweis auf die individuelle Freiheit. Motto: „Was in meinen Körper kommt, bestimme ich.“ Ich halte die Regung zunächst für nachvollziehbar. Selbstbestimmung ist ein hohes Gut. Doch ich vergesse dabei nicht, dass die Freiheit des Einzelnen seine Grenze dort findet, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Was ist, wenn meine Impfweigerung dazu führt, dass einer meiner Mitmenschen erkrankt? Was ist, wenn ich von einer Krankheit ungeschoren bleibe, weil sich andere Menschen der Unannehmlichkeiten einer Impfung unterzogen habe? Ich also den „Herdenschutz“ genieße, ohne meinen eigenen Anteil daran – sprich: meine eigene Impfung – geleistet zu haben? Bin ich nicht verpflichtet, einen Stück der Last anderer zu tragen, wenn es doch andere gibt, die ein Stück meiner Last tragen? Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen. Wir sitzen alle in einem Boot. Am liebsten hätte ich, dass diese Tatsache von allen Menschen eingesehen wird. Impfen ist keine Privatangelegenheit, sondern Dienst am Nächsten. Es ist ein Dienst an dem, dem ich die Hand schüttele, mit dem ich Bus fahre, ein Fest feiere oder arbeite. Indes: Ich bin Realist. Selbst wenn die Impfnotwendigkeit leicht nachvollziehbar ist, wird es viele Menschen geben, die sie nicht begreifen. Daher spreche ich mich für eine Impfpflicht aus und begrüße ein entsprechend konsequentes Vorgehen der Gesundheitsämter.

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