Mountainbike-Tourismus

Eine „Albrecht-Route“ für Saalfeld

Saalfeld.  Der Guru des Mountainbike-Tourismus, Andreas Albrecht, präsentierte dem Stadtrat sein Radtour-Projekt.

Der Guru des Mountainbike-Tourismus, Andreas Albrecht, sprach vor dem Saalfelder Stadtrat und warb für die Ausarbeitung einer „Albrecht-Route“ um Saalfeld.

Der Guru des Mountainbike-Tourismus, Andreas Albrecht, sprach vor dem Saalfelder Stadtrat und warb für die Ausarbeitung einer „Albrecht-Route“ um Saalfeld.

Foto: Guido Berg

Seine 2004 erstmals auf seiner Webseite veröffentlichte Mountainbike-Tour quer über die Alpen gilt heute als Klassiker. Sie hat „eingeschlagen wie eine Bombe“, wie er selbst sagt. Die „Albrecht-Route“ führt von Garmisch-Partenkirchen nach Torbole am Gardasee, ist 490 Kilometer lang und überwindet eine Höhendifferenz von knapp 12.000 Höhenmetern. Weitere „Albrecht-Routen“ folgten in den Jahren danach, aus Andreas Albrecht wurde eine Art „Guru des Mountainbike-Tourismus“, wie ihn der Saalfelder Bürgermeister Steffen Kania (CDU) bezeichnet. Allein 200 Touren um den Gardasee gibt es mittlerweile. Auch auf der italienischen Insel Elba beschrieb Albrecht Mountainbike-Touren.

„Man trifft keinen im Wald“

Nun kann sich Andreas Albrecht vorstellen, auch eine Tour rund um Saalfeld abzufahren, zu beschreiben und zu promoten. Im Saalfelder Stadtrat stellte er seinen Vorschlag in der vergangenen Woche vor. Seine längst hauptberufliche Arbeit als Mountainbike-Touristiker habe seinen „Blick dafür geschärft, wie eine gute Mountainbike-Tour auszusehen hat“, erklärte der gebürtige Thüringer den Stadträten. Nun ist er auch durch seine thüringische Heimat gefahren und hat einen „Masterplan Mountainbiken in Thüringen“ geschrieben. Auch die Gegend um Saalfeld habe Qualitäten, die genutzt werden könnten. Da sei die Unberührtheit der Natur, der „geringe Nutzungsdruck“: „Man trifft keinen im Wald.“ Zudem seien die Höhenunterschiede oft sehr gut erlebbar, anders als in anderen Gegenden. Albrecht: „Sie erleben hier Blickachsen, da geht Ihnen das Herz auf.“

Die Saalfelder Region sei „eine zentrale Region mitten in Deutschland“. Gerade für kurze Urlaube, Brückentage oder Himmelfahrt habe Thüringen Vorteile für Gäste aus den deutschen Großstädten: „Hierher muss man nicht fliegen.“ Gut sei, dass auch das neue Waldgesetz das Radfahren auf unbefestigten Waldwegen erlaube. Start- und Zielpunkt der „Albrecht-Route“ um Saalfeld könnten die Saalfelder Feengrotten sein. Kurzum: „Es spricht sehr viel dafür, es zu tun.“

„Ich sehe das Vorhaben positiv“

Der Saalfelder Stadtrat nahm die Pläne wohlwollend zur Kenntnis. Wie Bürgermeister Kania dieser Zeitung sagte, werde seine Verwaltung bis Ende Januar 2020 einen Förderantrag beim Leader-Förderprogramm („Liaison Entre Actions de Dévelopement de l’Économie Rurale“ - Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) stellen. Saalfeld hoffe auf 30.000 Euro, mit der die Leistung Albrechts, aber auch die Beschilderung der neuen „Albrecht-Route“ bezahlt werden sollen. Planung und Umsetzung, sowie die Abstimmung mit Forst- und Naturschutzbehörden sowie den Wanderern werden das Jahr 2020 in Anspruch nehmen. Auch der Saalfelder Stadtrat werde sich mit dem Thema noch einmal befassen. Kania hofft, dass der neue Mountainbike-Rundweg dann ab 2021 befahrbar sein wird. „Ich sehe das Vorhaben positiv“, erklärte der Bürgermeister.