Treffen in Saalfeld

Eine Task-Force gegen das Waldsterben in Saalfeld-Rudolstadt

Saalfeld  Sturm, Trockenheit und Schädlinge setzen dem Wald derzeit zu. Eine lokale Koordinierungsstelle soll jetzt das Schlimmste verhindern.

Vertreter der Kreisverwaltung, von Forstämtern und des Landwirtschaftsamtes bei der Beratung zum Thema Wald im Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt.

Vertreter der Kreisverwaltung, von Forstämtern und des Landwirtschaftsamtes bei der Beratung zum Thema Wald im Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt.

Foto: Peter Lahann

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Sturmschäden, Borkenkäfer, Trockenheit, Waldbrandgefahr – das Bild, das eine Gruppe von Fachleuten von ThüringenForst dieser Tage bei einem Gespräch mit Landrat Marko Wolfram (SPD) und weiteren Vertretern der Kreisverwaltung vom Zustand des Waldes in Thüringen zeichnete, ist dramatisch. Deshalb sollen auf Landkreisebene regionale Koordinierungsstellen eingerichtet werden, um auf lokaler Ebene geordnet, kooperativ und kurzfristig Maßnahmen für den Wald zu ergreifen. „Schadensabwehr und Walderhalt sind die beiden großen Stichworte“, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes.

Drei bis vier Millionen Fichten könnten sterben

Neben Hartmut Eckardt, Leiter des Forstamtes Saalfeld-Rudolstadt und seinen beiden Amtskollegen aus Neuhaus, Peter Hamers und Karsten Rose aus Gehren nahm Jürgen Hebert, stellvertretender Leiter des Landwirtschaftsamtes an der Runde teil. Die Informationen, die sie dem Landrat präsentierten, ließen aufhorchen. So waren mit Stand September 2019 landesweit 1,35 Millionen Festmeter Fichtenholz von Borkenkäfern befallen. Bis Ende des Käferjahres im Mai 2020 werden es voraussichtlich 2,5 Millionen Festmeter sein. Damit könnten drei bis vier Millionen Fichten den Käfern zum Opfer fallen, schätzen die Experten.

Im Wald ist besondere Vorsicht geboten

Die Hitze- und Trockenperioden der vergangenen Zeit haben aber nicht nur die Ausbreitung der gefräßigen Insekten befördert, sie lösen auch bei Buchen Stress aus. Bis Jahresende werden etwa 600.000 Buchen absterben, fürchten die Forstleute. Die Auswirkungen treffen nicht nur die Forstwirtschaft und Waldbesitzer. Durch absterbende Bäume besteht auch ein erhöhtes Gefahrenpotenzial für Waldbesucher und entlang von Straßen und Bahnlinien. Da im Wald keine besondere Verkehrssicherungspflicht gilt, ist aufgrund der Schädigungen vor allem bei starkem Wind und Starkniederschlägen Vorsicht geboten.

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