Eine Wärmebild-Kamera für die Gorndorfer Feuerwehr

Saalfeld.  In Saalfeld brannten an einem Tag drei Wobag-Wohnungen. Beim Löschen waren die Gorndorfer Kameraden dabei, nun wurde ihnen gedankt.

Übergabe einer Wärmebild-Kamera an die Freiwillige Feuerwehr Gorndorf: Wobag-Chefin Cordula Wiegand, Wehrführer Andreas Schleitzer und Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania.

Übergabe einer Wärmebild-Kamera an die Freiwillige Feuerwehr Gorndorf: Wobag-Chefin Cordula Wiegand, Wehrführer Andreas Schleitzer und Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania.

Foto: Guido Berg

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Immer, wenn die Feuerwehren am Kreisel Friedensstraße in Saalfeld entlang preschen, hoffen die Mitarbeiter der Wohnungsgesellschaft Wobag, der Kelch gehe an ihnen vorüber. Dann hoffen sie, dass keine der mehreren tausend Wobag-Wohnungen gerade brennt. Oft ist es nur eine Übung, doch am 13. April 2019 wurde es ernst: Drei Wohnungen brannten an diesem Tag in Saalfeld, alle drei gehörten der Wobag.

„Die Stadt Saalfeld steht hinter ihren Kameraden“, betonte der Bürgermeister

Mit beim Löschangriff dabei an diesem Tag war die Freiwillige Feuerwehr Gorndorf. Die ist mit etwa 40 Einsätzen pro Jahr eine recht gut beschäftigte Wehr, wie Wehrführer Andreas Schleitzer und sein Stellvertreter Christian Bauer erklärten. Zum Dank für ihren Einsatz beteiligte sich die Wobag mit 1000 Euro an der Beschaffung einer etwa 4000 Euro teuren Wärmebild-Kamera, die sich die Gorndorfer Kameraden für ihre Einsätze wünschen. Am Montag übergaben die Wobag-Geschäftsführerin Cordula Wiegand und Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania (CDU) die Spezialkamera an die Gorndorfer Wehr.

Cordula Wiegand lobte „das sehr überlegte Handeln“ der Feuerwehr an jenem 13. April und dankte allen Kameraden der Saalfelder Wehren für ihr Engagement. Bei Notöffnungen von Türen gingen sie stets in einer Weise vor, die geringen Sachschaden verursacht. Auch Bürgermeister Kania sagte, die Leistungen der freiwilligen Kameraden „kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“. Zu jeder Zeit seien sie einsatzbereit und das ehrenamtlich. Komme es zum Einsatz, „riskieren sie sogar Leib und Leben“. Kania erinnerte an einen im Jahr 2014 tödlich verunglückten Feuerwehrmann. „Die Stadt Saalfeld steht hinter ihren Kameraden“, betonte der Bürgermeister.

„Das ist genau das Werkzeug, das uns fehlte“

Wie Wehrführer Schleitzer erklärte, werde die Wärmebild-Kamera verwendet, um Glutnester zu entdecken, die nach dem Löschen der Flammen oft noch zurückbleiben - unterm Dach, hinter Wänden oder Möbeln. Hilfreich sei die Kamera auch vor dem Betreten einer Brandwohnung: Der Kamera-Einsatz mache kenntlich, welche Temperaturen wohl hinter der Eingangstür auf den Löschtrupp warten. Große Gefahr für die Kameraden geht von der englisch als Backdraft bezeichneten Rauchgas-Explosion aus, zu der es kommen kann, wenn sich nach dem Öffnen der Tür sauerstoffhaltige Luft mit dem heißen Rauchgas verbindet. „Das ist genau das Werkzeug, das uns fehlte“, freut sich Schleitzer. Aus seiner Sicht sollte eine Wärmebild-Kamara zu jedem Feuerwehr-Fahrzeug gehören.

Indes ist mit der neuen Kamera die Wunschliste der Gorndorfer noch nicht abgearbeitet. Ihr Feuerwehr-Auto ist 25 Jahre alt und klar untermotorisiert. Wie Saalfelds Stadtbrandmeister Andreas Schüner erklärte, muss der 100-PS-Benzin-Motor 5,6 Tonnen bewegen, schließlich ist der alte Gorndorfer Benz ein 500-Liter-Wassertanker. Als er angeschafft wurde, gab es es noch viele Ofenheizungen und wegen der heißen Asche waren häufig Container-Brände zu löschen. Den Arnsgereuther Berg komme dieses Auto mit höchstens 40 Sachen hoch, was immerhin schon etwas mehr sei, als die 30 km/h zu DDR-Zeiten mit dem W50.

Unterwirbach braucht ein neues Feuerwehrhaus

Kania und Schöner verweisen auf die Feuerwehr-Bedarfsplanung, die im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen sein werde. Im vergangenen Jahr habe Schmiedefeld ein neues Feuerwehr-Auto bekommen, in diesem Jahr sei Wittgendorf an der Reihe. Bevor Unterwirbach ein neues Auto bekomme, müsse in dem Ortsteil zunächst ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden, damit ein neues und größeres Gefährt dort überhaupt untergestellt werden könne. Das Feuerwehr-Haus der Gorndorfer ist indes aus den 1960er Jahren und soll noch 2020 einer Reparatur unterzogen werden. Vielleicht klappt das sogar noch, bevor die Gorndorfer Feuerwehr Ende September ihr 140-jähriges Bestehen feiert, hofft Wehrführer Schleitzer.

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