Elf-Millionen-Investition in Saalfelder Lokschuppen geplant

Saalfeld.  Arbeitskreis um den Rudolstädter Torsten Scheidig in Verbindung mit der Rennsteigbahn einzig verbliebener Interessent für das Bahnbetriebswerk.

Durchbruch in Sicht? - Im Saalfelder Bauausschuss wurde am Mittwoch die künftige Nutzung des Saalfelder Lokschuppens vorgestellt.

Durchbruch in Sicht? - Im Saalfelder Bauausschuss wurde am Mittwoch die künftige Nutzung des Saalfelder Lokschuppens vorgestellt.

Foto: Guido Berg / OTZ

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Ein Arbeitskreis um den Rudolstädter Torsten Scheidig ist einzig verbliebener Interessent für die Entwicklung des traditionsreichen Saalfelder Bahnbetriebswerks und seines markanten Lokschuppens. Er stehe in enger Verbindung zur Rennsteigbahn, erklärte Scheidig am Mittwochabend dem Saalfelder Bauausschuss.

Insgesamt elf Millionen Euro sollen seinem Konzept zufolge in das Bahnbetriebswerk investiert werden. Für die Sanierung der Gebäude - zwei Verwaltungsgebäude und der Ringlokschuppen - veranschlage er sechs Millionen Euro. Weitere fünf Millionen Euro würden für technische Anlagen sowie für die Betriebs- und Geschäftsausstattung benötigt. „Sehr sportliches Ziel“ sei es, bis zum 125. Gründungsjubiläum des Saalfelder Bahnbetriebswerkes am 1. Juni 2022 „wieder bundesweit in aller Munde zu sein“.

Notwendig ist „mehr als nur eine Dampflok pro Woche“

Sollten alle Visionen umgesetzt werden, könnten eines Tages knapp 50 Arbeitsplätze am Saalfelder Ringlokschuppen geschaffen werden. Zu den „Tragsäulen“ des Konzepts, erklärte Scheidig, gehöre die Reparatur und der Service für moderne aber auch historische Schienenfahrzeuge, sowie zahlreiche weitere Services im Bereich Bahntourismus. Da er „das Geld nicht irgendwo im Säckel habe“, müsse am Standort auch Geld verdient werden. Scheidig: „Da muss schon mehr passieren, als dass da nur jede Woche eine Dampflok raus- und reinfährt.“

Wie Scheidig erklärte, gebe es „einen großen Logistiker im Eisenbahnsektor“, für den in Saalfeld Reparaturleistungen erbracht werden könnten. Hoffnung mache die künftige Rolle der Saalebahn für den Güterverkehr: „Wir sehen die Saalebahn im Aufbau begriffen“, so der 49-Jährige. Er selbst arbeitet nach eigener Aussage bei einem Saalfelder Unternehmen; laut Internet-Recherchen als Prokurist bei der Durst Solutions GmbH.

Stadtrat Steffen Lutz (SPD) erklärte in Reaktion auf die Konzeptvorstellung: „Ich würde mich freuen, wenn es funktioniert – doch ich sehe eine große Herausforderung.“ Scheidig entgegnete, dass das Konzept die Inanspruchnahme von Fördermitteln vorsehe. Gerade für die Gebäudesanierung „brauchen wir einen hohen Förderansatz“. Ganz allgemein formulierte Scheidig: „Wir benötigen eine Fremdkapital-Finanzierung.“ Saalfelds Baudezernentin Bettina Fiedler (CDU) erklärte, es werde daran gearbeitet, eine Gebietskulisse zu schaffen, „damit die Fördermittel fließen“.

Bettina Fiedler: „Ein weiteres Konzept haben wir nicht.“

Wie die Baudezernentin ausführte, sei der Arbeitskreis um Torsten Scheidig der einzig verbliebene Interessent für das Bahnbetriebswerk Saalfeld: „Ein weiteres Konzept haben wir nicht.“ Von einem weiteren ursprünglichen Interessenten „kamen die Unterlagen nicht mehr“, erklärte die Baudezernentin, „es gestaltete sich schwierig“.

Zu Beginn des Interessenbekundungsverfahrens hieß es seitens der Stadt, es gingen fünf Interessenten am Bahnbetriebswerk an den Start. Im Dezember 2018 hatte Rainer Zache, Geschäftsführer der Röbel/Müritz Eisenbahn GmbH, sein Konzept vorgestellt. Gegenüber der OTZ erklärte Zache am Mittwoch: „Da wir unter ganz mys­te­ri­ösen Umständen aus dem Bewerbungsverfahren ausgeschieden sind, sind wir natürlich daran interessiert, jetzt mit dem Gewinner kurzfristig auszuloten, ob es gegebenenfalls genug Ansatzpunkte gibt, die eine Kooperation zum gegenseitigen Vorteil rechtfertigen.“

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