Erneuter Schlag gegen gewalttätige Thüringer Fußballfans – Weitere Festnahme

Gotha.  Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Ein weiterer Mann, der zur Hooligan-Gruppierung „Jungsturm“ gehören soll, wurde in Gotha festgenommen (Symbolfoto).

Ein weiterer Mann, der zur Hooligan-Gruppierung „Jungsturm“ gehören soll, wurde in Gotha festgenommen (Symbolfoto).

Foto: Ralf Ehrlich / TA

Die Polizei hat einen vierten Verdächtigen bei ihren Ermittlungen gegen die gewalttätige rechte Thüringer Hooligan-Szene festgenommen. Am Donnerstag erließ das Amtsgericht Gera gegen den 21-Jährigen einen Haftbefehl. Beamte hätten ihn bereits am Mittwochmittag im Stadtgebiet von Gotha festgenommen, informierte die Polizei in Saalfeld.

Die dortige Kriminalpolizei ermittelt bereits seit 2019, nach gewalttätigen Auseinandersetzungen von Hooligans in der Region Rudolstadt, Saalfeld, Blankenburg und Gotha, gegen mutmaßlich rechte Gewalttäter aus der Fan-Szene. Im Fokus des Verfahrens steht die Gruppierung „Jungsturm“, die von der Polizei der Hooliganszene des FC Rot-Weiß Erfurt zugerechnet wird.

Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich beim sogenannten Jungsturm „um eine kriminelle Vereinigung handelt, aus der heraus unter anderem diverse Gewalttaten verübt wurden“.

Im April drei Männer festgenommen

Bereits Ende April hatte die Polizei mit mehreren Razzien in Thüringen und Sachsen-Anhalt zugeschlagen. Damals waren drei Männer im Alter zwischen 26 und 28 Jahren festgenommen worden und anschließend in Untersuchungshaft gekommen. Der Vorwurf gegen sie lautet: Bildung einer kriminellen Vereinigung. Den Razzien seien zwei Überfälle auf Fans des FC Carl Zeiss Jena in Saalfeld-Gorndorf und in Gotha vorausgegangen, so die Polizei.

Ein Sprecher der Landespolizeidirektion erklärte damals, dass die Ermittlungen eine enge Verbindung zwischen der Hooliganszene um den FC Rot-Weiß Erfurt, der rechtsextremen Szene sowie dem Kampfsportmilieu zeigten würden. Alle drei Festgenommenen seien der Polizei als rechte Straftäter bekannt.

Mitglieder sind zum Teil Kampfsportler

Die Mitglieder der Gruppierung Jungsturm gelten nach aktuellen Einschätzung der Polizei als „Problemfans“ und seien zum Teil Kampfsportler.

Deutlicher wird die Thüringer Linken-Abgeordnete, Katharina-König-Preuss: Der Jungsturm sei „eine Truppe, die von organisierten Neonazis dominiert“ werde, erklärte sie bereits im April und wirft der Gruppierung vor, ihre Kampfsporterfahrung „auch gezielt gegen den politischen Gegner“ einzusetzen.

Mutmaßlich kampfsportgeschulte Anhänger der rechten Szene haben die Thüringer Polizei in jüngster Zeit bereits mehrfach beschäftigt. So wurde vor zwei Wochen bei Stützerbach (Ilm-Kreis) im Thüringer Wald ein wildes Camp aufgelöst, an dem sich Neonazis mehrerer Gruppierungen mit Kampfsporterfahren beteiligt haben sollen. Nach Angaben der Linken-Abgeordneten sollen in dem Camp offenbar militante Neonazis aus mehreren Bundesländern zusammen gekommen sein, um Kampfsport zu trainieren.

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