Fußballschuhe nach 0:18 an den Nagel gehängt ...

Rothenstein  ... oder doch nicht? Interview mit Martin Böhme vom SV 08 Rothenstein nach dem Freundschaftsspiel gegen den Drittligisten FC Carl Zeiss Jena.

Der Garant für den Jenaer Klassenerhalt, Torwart Jo Coppens, begrüßt die Rothensteiner Spieler: Während der Partie agierte er zumeist als Libero. Foto: Tino Zippel

Der Garant für den Jenaer Klassenerhalt, Torwart Jo Coppens, begrüßt die Rothensteiner Spieler: Während der Partie agierte er zumeist als Libero. Foto: Tino Zippel

Foto: Tino Zippel

Der SV 08 Rothenstein feierte am Sonntag mit 1038 Zuschauern ein Fußballfest. Drittligist FC Carl Zeiss Jena war vor die Tore der Stadt gefahren, um im zweiten Testspiel der Saisonvorbereitung in der Sportanlage Am Helenstein aufzulaufen. Martin Böhme führte die Rothensteiner Kreisoberliga-Mannschaft als Kapitän aufs Feld – zugleich war die Partie für ihn aber auch ein Abschied. Wir sprachen mit dem 32-jährigen Kicker.

Ärgern Sie sich über die 0:18-Niederlage im Testspiel gegen den FC Carl Zeiss?

Natürlich ärgere ich mich über jede Niederlage. Beim Spiel gegen den FC Carl Zeiss müssen wir allerdings schon eine Niederlage, vielleicht nicht in der Höhe wie heute, einkalkulieren. In Summe wäre Ärgern angesichts der schönen Veranstaltung das falsche Wort.

Worin liegen die größten Unterschiede zwischen einem Gegner aus der Kreisoberliga und der dritten Liga?

Die Geschwindigkeit, die sicherlich auch aus dem anderen Fitnessniveau resultiert. Spielerisch ist der FC Carl Zeiss wie erwartet gut gewesen.

Wie fällt der Vergleich zu den vergangenen Jahren aus?

Man merkt schon deutlich, dass sich vor allem die neuen Spieler zeigen wollen. Sie rennen etwas mehr als jene, die schon länger dabei sind, weil sie sich beim Publikum profilieren wollen. Aber der FC Carl Zeiss schickt jedes Jahr eine gute Truppe hierher – es liegt letztlich an uns, wie hoch das Ergebnis wird.

Ihre Torhüter Paul Weiß und Michael Schäfer haben durch tolle Paraden eine höhere Niederlage verhindert.

Auch das liegt in der Tradition. Torhüter haben wir in Rothenstein immer gute.

Nun war das heute Ihre letzte Partie: Wollen Sie nach dem 0:18 nicht lieber noch eine Saison dranhängen, um sich mit einem schöneren Resultat zu verabschieden?

Das Spiel gegen den FC Carl Zeiss ist traditionell das letzte unserer Spielrunde. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es ein 0:19 wird, wenn ich noch eine Saison dranhänge. Der Zeitpunkt aufzuhören, ist der richtige.

Warum hängen Sie die Fußballschuhe gerade jetzt an den Nagel?

Wir haben unser zweites Kind bekommen.

Verbietet Ihre Frau das Fußballhobby?

Nein, so ist es nicht. Die Zeit reicht einfach nicht aus. Wir trainieren zweimal pro Woche. Am Wochenende stehen noch die Spiele an. Das sind drei Tage pro Woche, die man nicht mit der Familie verbringen kann. Mit 32 Jahren verschieben sich halt die Prioritäten.

Damit sind Sie doch eigentlich noch zu jung, um schon mit dem Fußball aufzuhören.

Natürlich werde ich nicht komplett aufhören. Ich werde weiter Fußballspielen in unserer zweiten Mannschaft. Vielleicht auch in der ersten Mannschaft, wenn mal Not am Mann ist und die Trainerin anruft. Aber die Priorität liegt klar auf der Familie.

Bleibt die Tradition, dass der FC Carl Zeiss Jena in der Vorbereitung nach Rothenstein kommt, auch in der nächsten Saison erhalten?

Das hat sich so eingebürgert. Für Zeiss war es immer gut, wenn sie ihre Saison hier begonnen haben. Deshalb sollte das aus unserer Sicht auch Tradition bleiben. Wir würden uns jedenfalls sehr freuen, wenn sie uns auch 2020 besuchen.

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