Generationswechsel bei der Saalfelder Firma Durst

Saalfeld  Senior-Chef Hubert Hess sagt: Das Oldtimer-Hotel ist eine sich erfüllte Vision.

Eröffneten in Saalfeld ein Oldtimer-Hotel: Die Durst-Manager Hubert Hess (re.) und Steve Grund.

Eröffneten in Saalfeld ein Oldtimer-Hotel: Die Durst-Manager Hubert Hess (re.) und Steve Grund.

Foto: Guido Berg

Hubert Hess hat ein positives Zwischenfazit seines im vergangenen Jahr eröffneten Oldtimer-Hotels Saalfeld gezogen. „Meine Visionen haben sich erfüllt und wurden teils sogar übertroffen“, erklärte der Senior-Chef der Saalfelder Firma Durst Lackier- und Trocknungsanlagen am Wochenende am Rande des von ihm initiierten Oldtimer-Treffens „Rockin‘ Rides“.

Am Oldtimer-Hotel in der ehemaligen Großbäckerei am Bahnbogen ist unter der Ägide von Hess ein Zentrum für die Restaurierung und Instandsetzung von Oldtimer-Fahrzeugen entstanden. Der Gründer freut sich, in Saalfeld „einen Komplett-Service für das Auto“ anbieten zu können. Dass alle Gewerke von der Lackiererei über die Sattlerei an einer Stelle vorhanden sind, gebe es so nicht noch einmal in Deutschland. Zudem: „Wir sind bundesweit die, die das mit den meisten Emotionen verbinden“, versicherte Hubert Hess.

Im Gegensatz zur Sattlerei oder dem Karosserie-Instandhalter „Strahlwerk Deluxe“ ist das Oldtimer-Hotel für Hubert Hess „noch immer nur ein Hobby“. Die meisten Oldtimer, die darin parken, gehören Hess selbst. Doch auch sieben bis acht Fremdfahrzeuge sind dort bereits eingemietet. Noch immer aber werde das Geld, das die Basis für alles ist, bei der Firma Durst verdient, bekennt Hess. Allerdings: Viele Kunden von Lackier- und Trocknungsanlagen seien naturgemäß auch Oldtimer-Freunde. Daher sagt Hess: „Das Oldtimer-Hotel ist der Schlüssel zu dem Bereich, wo es sich dann rechnet.“

Das von Hess übernommene Areal der Großbäckerei hat sich auch in jüngster Zeit weiterentwickelt. Erst vor wenigen Tagen ist ein Innenhof baulich fertiggestellt worden, der im Sommer als Biergarten und Open-Air-Kino-Location genutzt wird. Die Firma Durst selbst will am Standort expandieren und plant den Bau einer neuen Produktionshalle. Hess: „Sie sollte schon im letzten Jahr fertig sein.“ Die Firma Durst brauche dringend weitere Produktionskapazitäten. In Saalfeld beschäftige Durst 95 Menschen, mit den Standorten in Köln, Heilbronn und bei Chemnitz seien es insgesamt 150 Mitarbeiter. Wie Hubert Hess erklärte, habe er die Geschäftsführung an seine Tochter und seinen Schwiegersohn Steve Grund abgegeben. Allerdings habe das sein Arbeitspensum noch nicht signifikant senken können, sagte der 67-Jährige schmunzelnd: „Die Firma ist auf meine Person zugeschnitten.“

Die neue Durst-Halle wird in unmittelbarer Nachbarschaft zur geplanten Plastikverpackungen-Fabrik von Convertflex entstehen. Hess erklärte, er habe als Geschäftsmann ein offenes, wohlwollendes Verhältnis zu den Plänen: „Man muss froh sein, wenn sich jemand dieser Größe hier ansiedelt“.

Zu denen, die am Wochenende ihre motorisierten Lieblinge am Oldtimer-Hotel präsentierten, gehört Christian Schunke aus Probstzella. Passend zu dem von ihm gezeigten olivgrünen Trabant Kübel, einst gefahren bei den DDR-Grenztruppen, trug Schunke die Felddienst-Uniform eines Unteroffiziers. Ostalgie kann nicht der Grund sein: Schunke ist „1990er Baujahr“, wie er sagt. Der Trabi Kübel gehöre eigentlich seinem Vater, aber auch da zielt jedes Vorurteil ins Leere. Schunke erklärte, sein Vater diente einst als Bausoldat, also als NVA-Grundwehrdienstleistender ohne Waffe, sondern mit Spaten.

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