Gorndorfs Turnhalle ist im Grunde ein Agrarflugzeug-Hangar

Saalfeld-Gorndorf.  Das Landratsamt lehnt den Vorschlag von Oliver Grau (Die Jungen) ab, die „Blechbüchse“ am Erasmus-Reinhold-Gymnasium weiter zu nutzen.

Oliver Grau, Saalfelder Stadtrat (Die Jungen) und Vorstand des 1. SSV Saalfeld, hatte eine Weiternutzung der alten Turnhalle des Erasmus-Reinhold-Gymnasiums in Gorndorf für den Breitensport vorgeschlagen. Das Landratsamt nennt nun Gründe, die dagegen sprechen.

Oliver Grau, Saalfelder Stadtrat (Die Jungen) und Vorstand des 1. SSV Saalfeld, hatte eine Weiternutzung der alten Turnhalle des Erasmus-Reinhold-Gymnasiums in Gorndorf für den Breitensport vorgeschlagen. Das Landratsamt nennt nun Gründe, die dagegen sprechen.

Foto: Guido Berg / OTZ

Das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt lehnt den Vorschlag ab, die alte Sporthalle des Erasmus-Reinhold-Gymnasiums in Gorndorf weiter für den Breitensport zu nutzen. Oliver Grau, Saalfelder Stadtrat (Die Jungen) und Vorstand des 1. SSV Saalfeld, hatte angeregt, gerade in den kalten Tagen Yoga- und Gymnastikkurse in der 1974 errichteten Turnhalle stattfinden zu lassen, die OTZ berichtete.

„Das Landratsamt sieht den Vorschlag aus mehreren Gründen kritisch“, teilte der Pressesprecher des Landkreises, Peter Lahann, nun auf OTZ-Anfrage mit. Der Erhalt der Halle würde den bereits jetzt bestehenden Platzmangel für Freiflächen am Erasmus-Reinhold-Gymnasium erheblich verstärken. Es bestehe gegenwärtig ein konkreter Flächenfehlbedarf für das Schulgrundstück von mindestens 2400 Quadratmetern. Sollte die alte Halle erhalten und weitergenutzt werden, so erhöhe sich dieser Fehlbedarf um mindestens 1800 Quadratmeter auf 4200 Quadratmeter.

Gegenwärtig werden die gesamten Freiflächen des Grundstückes neu beplant, so der Sprecher weiter. Eine Landschaftsarchitektin sei beauftragt und habe die Vorplanung bereits größtenteils fertig. Der Standort der alten Halle sieht im neuen Nutzungskonzept u.a. Flächen für das „Grüne Klassenzimmer“, einen Bolzplatz, Tischtennisplatten, und Behindertenparkplätze vor, erläutert Lahann. Mit Erhalt der alten Halle müsste das gesamte Freianlagenkonzept umgeplant werden. Das würde zu zusätzlichen Planungskosten von mindestens 10.000 Euro führen. Allein für eine angemessene und gesetzlich vorgeschriebene Pausenfläche fehlen dann mindestens 1500 Quadratmeter.

Zudem sei der Zustand der alten Halle bautechnisch wie energetisch bedenklich. Die Halle, von den Gorndorfern auch „Blechbüchse“ genannt, sei ursprünglich als Flugzeughangar für Agrarflieger entwickelt worden. Aus wirtschaftlicher Not und dem damaligen Bedarf heraus wurde sie als Interimssporthalle für eine Nutzungsdauer von maximal 20 bis 25 Jahren weiterentwickelt, teilt Lahann mit. Der extrem schlechte Hallenzustand sei zum einen der sehr einfachen Hallenkonstruktion geschuldet, zum anderen den in der Vergangenheit fehlenden Mitteln, um an der Halle grundhafte Modernisierungen und Instandhaltungsarbeiten ausführen zu können. Da die Halle schon seit vielen Jahren durch einen zeitgemäßen wirtschaftlichen Hallenneubau ersetzt werden sollte, seien in den letzten Jahren nur die nötigsten Instandhaltungsarbeiten durchgeführt worden. Für eine Weiternutzung müsste die Halle grundhaft saniert und instandgesetzt werden. Dies würde einen vermutlichen Investitionsaufwand von mehr als eine Million Euro bedeuten, so der Kreissprecher.

Zudem sei bei der Beantragung der Fördermittel für den Neubau der Halle immer damit argumentiert worden, dass eine Ertüchtigung der alten Halle nicht wirtschaftlich sei. Insofern ist es auch eine Frage der Glaubwürdigkeit gegenüber dem Fördermittelgeber, so Lahann. Das Landratsamt plane deshalb, die Halle nach der Interimsnutzung durch die Stadt Saalfeld während der Sanierung der Regelschule „Geschwister Scholl“ abzureißen. Die neue Zweifeldsporthalle am Erasmus-Reinhold-Gymnasium entstand für knapp 3,8 Millionen Euro und wurde im Oktober dieses Jahres eingeweiht, die OTZ berichtete.

Der Kreissprecher erklärte weiter: Sollte die Stadt Saalfeld jedoch an einer weiteren Nutzung der Halle interessiert sein, sind Verhandlungen über eine Übernahme ins Eigentum der Stadt denkbar, sofern adäquate Ausgleichsflächen für den Pausenhof und die Freisportflächen gefunden werden können.

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