Wintersaison

Hoteliers in Saalfeld-Rudolstadt spüren fehlenden Schnee

Landkreis.  Das bisher ausbleibende Winterwetter drückt die Übernachtungszahlen im südlichen Landkreisgebiet. Vor einem Jahr um diese Zeit lief es besser.

Selbst in den Kammlagen des Thüringer Waldes, wie hier am Rennsteighaus in Neuhaus-Igelshieb, ist derzeit kein Wintersport möglich.

Selbst in den Kammlagen des Thüringer Waldes, wie hier am Rennsteighaus in Neuhaus-Igelshieb, ist derzeit kein Wintersport möglich.

Foto: Thomas Spanier

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Für Wintersport braucht es Schnee, idealerweise echten. Wenn der fehlt, können die Gäste ausbleiben. Wie erleben Hoteliers und Gastronomen in den höheren Lagen des Landkreises die milde Witterung? Wir haben nachgefragt.

Besonders deutlich spürt Rüdiger Czocherra vom Panorama-Hotel in Cursdorf das ausbleibende Winterwetter. „Das wirkt sich schon sehr aus. Bei uns wohnen immer viele Besucher des Biahtlon-Weltcups in Oberhof. Von diesen Gästen haben wir momentan nur rund ein Zehntel der Zahlen von vor einem Jahr.“ Das Gros aller Buchungen komme von Urlaubern, die ausdrücklich den Wintersport suchten. Verzagen gilt für den Hotelier trotzdem nicht. „Wir hoffen weiter auf Gäste und den Schnee“, sagt Czocherra. Lockangebote wie Preisnachlässe gibt es keine. „Das ginge nicht, wir sind schon an der unteren Grenze der Preisgestaltung“.

„Fröbel geht das ganze Jahr“

Auch am Meuselbacher Flair-Hotel Waldfrieden gehen die milden Temperaturen nicht vorbei. Geschäftsführer Sascha Schwarze spricht von einem „ganz gravierenden Unterschied“ zu vorigem Jahr. Damals habe es durch das lange, stabile Winterwetter gleichermaßen viele Buchungen wie auch spontane Übernachtungen gegeben. „Allerdings ist das Schwarzatal nicht die erste Adresse für Wintersportler“, sagt Sascha Schwarze. Im Flair-Hotel werben sie vor allem mit verschiedenen Wellness-Angeboten, die aber eingefleischte Wintersportfans bei fehlendem Schnee auch nicht umstimmen könnten, bekennt der junge Mann. Gästen empfehlen sie Ausflüge in die Region und kulturelle Ziele. Was Sascha Schwarze beobachtet hat: „Fröbel geht das ganze Jahr!“

Vor allem Speisegäste, die vom Rodeln hungrig sind, zieht es in die Gaststätte „Roter Hirsch im Grünen Wald“ in Hoheneiche. Wirt Marcus Hansel: „Wir merken deutlich, dass der Winter nicht so recht will, vor allem im Restaurantbereich“. Auch sei es merklich mauer als 2019 um diese Zeit. „Überhaupt stehen und fallen die ersten beiden Monate des Jahres mit dem Wetter“, hat der Gastronom beobachtet. In der momentanen Ruhe sieht Hansel sogar einen Vorteil. „Es ist fast besser so, als wenn wir überrannt werden, und man doch keine Leute hat. Der Fachkräftemangel ist ausgeprägt“. Aber selbst Montagegäste gebe es dieser Tage kaum, „weil die Firmen auch noch nicht genau wissen, wie es weitergeht“. Rund 80 Prozent der Fremdenzimmer sind unbelegt. Kurzentschlossen Einkehrende bittet er ausdrücklich, sich vorher telefonisch über die Öffnung zu informieren.

Lichte als junger Ortsteil und Vorhut von Neuhaus mit seiner Skiarena Silbersattel ist besonders nah dran am Wintersportgeschehen. Im Hotel Kleeberg sagt Mitarbeiterin Sabine Lautke, dass die meteorologischen Auswirkungen nicht sehr ausgeprägt seien. „Bei uns konzentriert es sich aber ohnehin auf die Ferien.“ Aktuell gehe es im Haus dennoch ruhiger zu. „Wir geben die Hoffnung auf die weiße Pracht trotzdem nicht auf“, sagt Lautke.

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