HSV Bad Blankenburg kitzelt den Spitzenreiter

Naumburg/Apolda  Bad Blankenburg verliert das Handball-Spitzenspiel in der Mitteldeutschen Oberliga. Apolda gewinnt mit Interimstrainer Michal Mrozek.

Der Blankenburger Tomas Musil wird von zwei Akteuren des HC Burgenland attackiert. Die Thüringer verlieren das Spitzenspiel knapp mit 24:25.

Der Blankenburger Tomas Musil wird von zwei Akteuren des HC Burgenland attackiert. Die Thüringer verlieren das Spitzenspiel knapp mit 24:25.

Foto: Andreas Karlen

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„Wir waren der Herausforderer, wollten sie ein bisschen kitzeln. Das ist uns gelungen“, sagt Bad Blankenburgs Tobias Jahn nach der gestrigen 24:25 (13:16)-Niederlage im Spitzenspiel der Mitteldeutschen Oberliga beim Spitzenreiter HC Burgenland. Der Thüringer Aufsteiger verpasste aber einen Achtungserfolg: „Da ist es schon etwas ärgerlich, jetzt mit leeren Händen nach Hause zu fahren“, so der sportliche Leiter des HSV.

Knackpunkt des auf „gutem Viertliga-Niveau“ (Jahn) stehenden Spieles waren möglicherweise die Minuten vor der Pause: Die Bad Blankenburger führten 12:11, fabrizierten drei Fehler in Folge, die die Hausherren bis hin zum 15:12 nutzten. Von diesem Vorsprung zehrte die Truppe aus Sachsen-Anhalt quasi bis zum Ende der Begegnung: Sieben Minuten vor der Schlusssirene gelang den Hausherren kein Treffer mehr, retteten sie den Vorsprung über die Zeit.

„Wir sind nach dem Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit stark zurückgekommen“, sagt Jahn. Sie bissen auf die zähne, allen voran Alexander Werner: Der kugelte sich in der zweiten Hälfte den kleinen Finger seiner Wurfhand aus. Nach kurzer Behandlung und dem notwendigen Tapen ging es für ihn weiter. Und die Thüringer bissen sich wieder heran. Allein: Es reichte am Ende nicht.

„Burgenland war der bislang stärkste Kontrahent für uns“, so Jahn, der mit ansehen musste, wie die Linksaußen, aber auch der Rückraum sowie die Torhüter der Gastgeber eine ganz starke Partie ablieferten: „Dass wir hier nur mit einem Tor verlieren, zeigt aber auch, dass wir absolut in der Liga mithalten können“, sagt der Sportliche Leiter. Dabei haben die Bad Blankenburger in dieser Saison ganz andere Ziele als die Naumburger: Die Gäste wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben, die Gastgeber wollen ganz oben mitspielen.

Insofern geht das Ergebnis, das vor zahlreichen mitgereisten Blankenburger Fans zustande kam, in Ordnung, auch wenn es im ersten Moment weh tut, nicht doch zumindest mit einem Teilerfolg gestern Abend die Rückfahrt ins Thüringische antreten zu können.

Ganz andere Gefühle herrschten am Samstagabend derweil beim HSV Apolda: Es ist die pure Erleichterung, das Fallen ganzer Gesteinsmassen von den Herzen der Apoldaer Handballfreunde. Als Norbert Ban den finalen Konterlauf drei Sekunden vor der Sirene locker vom Hocker zum 30:22-Endstand abschloss, streckte er seine Arme beim Jubeln so weit auseinander, dass er all jene der fast 300 Zuschauer umarmen möchte. Nach einer turbulenten Woche war dieser zweite Saisonsieg pures Gold wert.

Schlussmann Toskoski war kaum zu überwinden

Michal Mrozek, der Interimstrainer, quittierte den Sieg mit einem Lächeln, Vorstandschef Patrick Schatz pustete kräftig durch und Andreas Schöppe notierte wohl erst einmal stoisch ruhig das Endresultat auf seinem Zettel. Die Fans dahinter und oben auf der Tribüne klatschten stehend Applaus. Es muss wohl eine im Auftreten stark veränderte Apoldaer Mannschaft gewesen sein, die da das Kellerduell gegen den HC Aschersleben gewann. War die erste Viertelstunde noch ausgeglichen gestaltet, drehten die Gastgeber dann einen Gang nach oben. Nach Bohan Mirilos Tor zum 5:4 (16.) schraubte der HSV kräftig an seiner Führung herum. Bis auf 14:8 enteilten die Männer um ihren Torwart Igor Toskoski bis zur Halbzeitpause. Der Schlussmann avancierte schon in dieser Phase der Partie zu einer kaum zu überwindenden Mauer – reaktionsschnell fischte er Ball um Ball herunter, brachte Aschersleben zur Verzweiflung, den eigenen Anhang versetzte er so in Ekstase. Und so griff ein Rädchen ins andere, das begeisterte Publikum und die gelungenen Aktionen ließen in Summe das Selbstvertrauen wachsen. Bis zum Ende hatte Aschersleben nicht den Hauch einer Chance, in die Partie zurück zu finden – zu aggressiv verteidigte Apolda, zu harmlos war der HC selbst im Angriff. Und am Ende war der erste Schritt zur Besserung gemacht.

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