Hundert Meter Radweg für 525.000 Euro zwischen Rudolstadt und Bad Blankenburg

Rudolstadt  Zwischen Rudolstadt und Bad Blankenburg führt die Thüringer-Waldrand-Route künftig über eine alte Bahnbrücke.

Über die Bahnbrücke in Schwarza soll künftig der Radweg führen, der Rudolstadt mit Bad Blankenburg verbindet. Die Arbeiten dafür haben bereits begonnen.

Über die Bahnbrücke in Schwarza soll künftig der Radweg führen, der Rudolstadt mit Bad Blankenburg verbindet. Die Arbeiten dafür haben bereits begonnen.

Foto: Thomas Spanier

Einen neuen Verlauf soll ab Mitte November der Schwarzatalradweg zwischen dem Rudolstädter Ortsteil Schwarza und Bad Blankenburg nehmen. Entlang der in den 1990er Jahren zurückgebauten Bahnstrecke soll die alte Eisenbahnbrücke als Trasse für Radfahrer hergerichtet und so eine Gefahrenstelle an der früheren B 88 entschärft werden. Den Lückenschluss lassen sich das Land Thüringen und die Stadt Rudolstadt gut 525.000 Euro kosten.

Bisher verläuft der Radweg, der an der Papierfabrik Jass in Schwarza vom Saaleradweg abzweigt, über die Preilipper Straße zur Flugplatzbrücke über die Saale, von dort über die Tiergartenbrücke und die Tiergartenstraße bis zum früheren Gerätehaus der Schwarzaer Feuerwehr. Dort müssen Radfahrer, die aus Richtung Rudolstadt kommen, bisher etwa in Höhe des Ärztehauses einmal quer über die Schwarzburger Straße , folgen dann dem Straßenverlauf über die Schwarzabrücke und biegen danach scharf rechts ab auf den früheren Bahndamm.

Die neue Trassenführung erspart den Pedaleuren diesen Schlenker und leitet sie direkt über die alte Bahnbrücke. Scherengitter sollen die Radfahrer beidseits der Schwarzburger Straße zum Absteigen zwingen, so dass sie den immer noch stark befahrenen Abschnitt der ExBundesstraße mit der nötigen Aufmerksamkeit das Rad schiebend zu Fuß passieren können.

„Ich hoffe sehr, dass wir an der Stelle keinen neuen Unfallschwerpunkt produzieren“, sagt Annett Gieseler, Fachdienstleiterin Bau und Umwelt in der Stadtverwaltung Rudolstadt. Eine neue Lampe an der Stelle soll auch die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer auf der Hauptstraße steigern. Eine Ampel zur Querung sei vorerst nicht vorgesehen.

Die Stadt ist an der Baumaßnahme nur mittelbar beteiligt und soll 70.000 Euro an Eigenmitteln beisteuern, die im Haushalt eingestellt sind. Das Gros der Kosten von 525.000 Euro trägt das Land Thüringen. Fördermittel kommen dabei über das Tourismusprogramm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW).

Die halbe Million Euro für rund hundert Meter Radweg ist dabei das Ergebnis einer Ausschreibung, bei der ein Rudolstädter Stahlbauunternehmen den Zuschlag erhielt. Die Bauanlaufberatung fand bereits im Mai statt, seit gut einer Woche tut sich tatsächlich etwas an der Baustelle. Ein ebenfalls in Rudolstadt ansässiges Subunternehmen ist dabei, den Abschnitt westlich der Schwarza bis zur Straße zu beräumen, wo beispielsweise noch frühere Bahnsteige und Weichen zu beseitigen sind. Die Gleise selbst waren bereits vor Jahren abgebaut worden.

Die eigentliche Brücke muss entrostet und gereinigt werden. Hier kommen die alten Schwellen weg, werden ersetzt und erhalten einen Stahlträger, auf dem Platten und später Asphalt Platz finden. Mitte November, so sehen es die bisherigen Planungen vor, soll der neue Abschnitt der Thüringer Waldrand-Route dann freigegeben werden. Auch eine Infotafel zu dem Projekt soll noch aufgestellt werden, verriet die Fachdienstleiterin.

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