„Im dritten Wahlgang habe ich Thomas Kemmerich gewählt“

Saalfeld-Rudolstadt.  „Friedrich Merz ist mein Wunschkandidat“ - Der Landtagsabgeordnete Maik Kowalleck (CDU) äußert sich zur MP-Wahl in Thüringen und zur Lage der CDU.

„Auch heute würde ich keinen Linken oder AFD-Kandidaten zum Ministerpräsidenten wählen." - Erstmals spricht der CDU-Landtagsabgeordneter Maik Kowalleck über die MP-Wahl in Thüringen.

„Auch heute würde ich keinen Linken oder AFD-Kandidaten zum Ministerpräsidenten wählen." - Erstmals spricht der CDU-Landtagsabgeordneter Maik Kowalleck über die MP-Wahl in Thüringen.

Foto: CDU

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Der Saalfelder Landtagsabgeordnete Maik Kowalleck (CDU) äußerst sich erstmals öffentlich zur umstrittenen Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen in der Vorwoche. „Im dritten Wahlgang habe ich Thomas Kemmerich gewählt“, erklärte Kowalleck auf Fragen dieser Redaktion. In den ersten beiden Wahlgängen habe er sich enthalten, „da ich keinen Linken und keinen AfD-Kandidaten unterstützen wollte.“

CDU-Fraktion hat sich „einstimmig für die Wahl von Thomas Kemmerich ausgesprochen“

Auf die Frage nach Festlegungen in der CDU-Fraktion hinsichtlich des dritten Wahlganges erklärte Kowalleck: „Erfahrungsgemäß lässt sich kein Abgeordneter sagen, wie er abstimmen soll. Schon gar nicht in einer geheimen Wahl.“ Die CDU-Fraktion und der Landesvorstand der CDU Thüringen hätten „sich am Vorabend der Wahl einstimmig für die Wahl von Thomas Kemmerich ausgesprochen“.

Dem CDU-Abgeordneten zufolge habe der Landesvorstand und die Landtagsfraktion der CDU Thüringen „einstimmig beschlossen, keinen CDU-Kandidaten zu benennen, sich im ersten und zweiten Wahlgang zu enthalten und in einem gegebenenfalls erforderlichen dritten Wahlgang, falls Rot-Rot-Grün zweimal scheitert, dem Kandidaten der FDP ihre Stimme zu geben, wenn die AfD an ihrem Kandidaten festhält.“

Kowalleck zufolge habe sich im Vorfeld des dritten Wahlganges kein gemeinsames Votieren von CDU und AfD abgezeichnet. „Es gab jeweils einen Kandidaten der Linken, der AfD und der FDP. Das Wahlverhalten der AfD wurde im Vorfeld der geheimen Wahl nicht angezeigt.“ Das hätten auch die Reaktionen aller anderen Fraktionen auf das Wahlergebnis gezeigt.

Weder Kemmerich noch Ramelow haben eine Mehrheit

Auf die Frage, wie Thomas Kemmerich (FDP) zu einer mehrheitsfähigen Regierung hätte kommen sollen, teilt Kowalleck mit: „Der Auftrag zum Handeln liegt immer beim gewählten Ministerpräsidenten. Sowohl Thomas Kemmerich, als auch Bodo Ramelow haben keine Mehrheiten und hätten jeweils nach Themen im Parlament ihre Mehrheiten suchen müssen.“

Der 45-Jährige, Landtagsabgeordneter seit 2009, erklärte weiter: Offensichtlich habe niemand wirklich damit gerechnet, dass Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten gewählt wird. „Auch heute würde ich keinen Linken oder AFD-Kandidaten zum Ministerpräsidenten wählen. Das wäre nicht nur unglaubwürdig, sondern auch gegen meine Überzeugung als Christdemokrat.“

Auf den Auftritt von Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in der ARD-Sendung „Maischberger“ eingehend, erklärt Kowalleck: „Insbesondere blieb offen, warum er die Ministerpräsidentenwahlen ohne eigene Mehrheit einberufen ließ. Das war letztendlich der Ausgangspunkt für die jetzige Situation.“

Zur Frage einer Neubewertung der Linkspartei sagt Kowalleck, die Linkspartei mit Bodo Ramelow gleichzusetzen halte er für einen grundlegenden Fehler: „Sein Auftreten mag sympathisch erscheinen, darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass hinter ihm auch Leute stehen, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen.“

„Die Wortmeldung der Kanzlerin aus Südafrika war unangebracht“

Es gebe zwischen dem politischen Berlin und Thüringen eine Kluft im Hinblick auf die Bewertung der Situation im Osten und den Umgang mit den Menschen, die hier leben, so Kowalleck weiter: „Die Wortmeldung der Kanzlerin aus Südafrika fanden viele Menschen unangebracht.“ Kowalleck kündigte an: „Als Delegierter des CDU-Bundesparteitages ist Friedrich Merz mein Wunschkandidat für die anstehende Wahl.“

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