Jazztage und Prinzen in Saalfeld

Saalfeld  Ein Gespräch mit Kulturmanager Tobias Fritzsche über das neue Programmheft des Meininger Hofs bis 2020.

Tobias Fritzsche ist Werkleiter im Meininger Hof in Saalfeld und hat das neue ­Programmheft in der Hand.

Tobias Fritzsche ist Werkleiter im Meininger Hof in Saalfeld und hat das neue ­Programmheft in der Hand.

Foto: Dominique Lattich

Druckfrisch liegen die neuen Programmhefte für das zweite Halbjahr im Kulturbetrieb Saalfeld/Meininger Hof sowie in allen Vorverkaufsstellen bereit. Es ist die zweite Ausgabe, die alle bevorstehenden Veranstaltungen kompakt zusammenfasst. Werkleiter Tobias Fritzsche stellt das neue Programmheft vor und blickt gleichzeitig auf ein knappes Jahr Werkleitertätigkeit zurück.

Was beinhaltet das Programmheft?

Es ist die inzwischen zweite Ausgabe unseres Programmheftes. Vor einem halben Jahr haben wir die erste veröffentlicht, die von unseren Besuchern aus Nah und Fern ausgesprochen dankbar angenommen wurde. So mancher wartete jetzt auch schon ungeduldig auf die zweite Ausgabe. Auf einem Blick sind darin auch diesmal wieder alle Veranstaltungen des Meininger Hofes für das kommende halbe Jahr zu finden. Unser Ziel ist es, neben den Eigenveranstaltungen des Kulturbetriebes möglichst die gesamte Bandbreite der öffentlichen Veranstaltungen in unserem Haus abzubilden. Dazu gehören zum Beispiel auch Veranstaltungen wie der Seniorennachmittag, das erstmalig stattfindende Tanzturnier am Saalebogen oder die Jahresgala der Akkordeon-Big-Band Saalfeld. Auch alle Gastspiele des Theater Rudolstadt im Meininger Hof sind selbstverständlich aufgeführt.

Wie weit im Voraus wird ­geplant?

Erste Termine für 2021 haben wir bereits im Kalender. Bis Ende 2020 sind wir schon jetzt stark ausgelastet, da wir weiterhin Ersatzspielstätte des Theater Rudolstadt sind. Die Musiktheaterproduktionen und Sinfoniekonzerte laufen komplett bei uns, einschließlich der Proben. Das füllt gut zwei Drittel der verfügbaren Termine, den Rest planen wir drum herum.

Was sind die Höhepunkte im kommenden halben Jahr?

Ein großer Schwerpunkt sind die Saalfelder Jazztage, die wir im Programmheft kompakt zusammengefasst haben. Es wird später wie gewohnt ein Jazztage -Programmheft geben, in dem alles noch ausführlicher beschrieben ist.

So viel sei vorab verraten: Wir haben erstmals einen kleinen Länderfokus im Programm und konnten dazu zwei hervorragende Künstler aus Norwegen gewinnen: die Ausnahmesängerin Rebekka Bakken und das Sigurd Hole Trio.

Wir versuchen, das als kleine Tradition zu etablieren, dass wir uns in jedem Jahr in Saalfeld einem Land ein bisschen stärker widmen.

Was ist bei den diesjährigen Jazztagen noch anders?

Mit acht ganz unterschiedlichen Konzerten in fünf verschiedenen Spielstätten bieten die 34. Saalfelder Jazztage für jeden Geschmack etwas. Erstmals ist die Orangerie in Saalfeld als neuer Spielort dabei. Eine spannende Location, für die wir mit Falk Zenker einen hervorragenden Gitarristen gewinnen konnten, der unter anderem mit Live-Loops arbeitet und damit faszinierende Klangwelten kreiert. The „RudeDollCats“, die im Meininger Hof auftreten werden, gaben im vergangenen Jahr ein Konzert im Schminkkasten, das restlos ausverkauft war – Schauspieler und Musiker des Theaters und der Thüringer Symphoniker haben sich zusammen gefunden und ein sehr interessantes Programm auf die Beine gestellt, das quer durch den Jazz führt. Das wird mit Sicherheit ein besonderes Erlebnis. Dazu haben wir die Publikumslieblinge „Friend n Fellow“ nach fünf Jahren erstmals wieder in Saalfeld. Einen musikalischen Ausflug in die Ukraine zum Auftakt gibt es bei Schiers, einen Jazzabend im Klubhaus und den beliebten Frühschoppen im Pappenheimer.

Der Programmplan im Heft reicht bis ins Jahr 2020.

Aus gutem Grund. Wir haben im Januar ein irisches Wochenende geplant und wollten, dass die Leute genug Vorlaufzeit haben, um sich in Ruhe die Karten sichern zu können. An diesem Wochenende haben mit „Cuig“ eine aufstrebende Nachwuchsband aus Irland zu Gast, es gibt eine Multivisionsshow mit beeindruckenden Bildern von der Grünen Insel sowie eine mitreißende Tanzshow des irischen Ensembles „Danceperados“ mit dem passenden Titel „Whiskey, you are the devil.“

Wie groß sind eigentlich ihre künstlerischen Spielräume als Werkleiter?

Natürlich muss man immer die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten, aber man kann in diesem Rahmen auch persönlichen Geschmack einbringen. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich Prinzen-Fan bin und mich deshalb umso mehr freue, dass es uns gelungen ist, sie für 2020 gewinnen zu können. Ebenso ist es mit Alin Coen und Rebekka Bakken. Ich bin glücklich darüber, dass wir solch bekannte Künstler nach Saalfeld locken können und unser Publikum das honoriert, denn sonst wäre das nicht möglich.

Bekommen Sie dahingehend Feedback?

Neben dem persönlichen Feedback, das mich immer wieder erreicht, sieht man es ganz nüchtern am Kartenverkauf. Und da können wir bisher sehr zufrieden sein. Bei den Prinzen werden die Tickets beispielsweise schon langsam knapp, obwohl sie erst im März 2020 auftreten und auch bei Rebekka Bakken sollte man sich sputen.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Team des Meininger Hofes?

Im vergangenen Jahr wurden wir fast komplett neu zusammengewürfelt, hatten dadurch viele Herausforderungen zu meistern, mussten uns finden und dabei noch das Tagesgeschäft aufrechterhalten. Die Programmplanung für die nächsten zwei Jahre stand an und darüber hinaus durften wir in dieser Konstellation zusätzlich das Saalfelder Marktfest stemmen. Das geht nur, wenn das ganze Team zusammenhält, und sich mit der Arbeit in einem Kulturbetrieb mit allem was dazu gehört – inklusive zahlreicher Wochenend- und Nachtschichten – identifizieren können. Das alles ist uns gelungen und darauf dürfen wir gemeinsam stolz sein.

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