Jugendclubs im Schiefergebirge gut besucht

Gräfenthal.  Angelique Hollmach ist die neue Leiterin des Jugendclubs Gräfenthal und übernimmt auch den in Probstzella. Die Besucherzahlen: Stabil.

Angelique Hollmach im Aufenthaltsraum des Gräfenthaler Clubs mit der gemeinsam gebastelten „Holzgitarre“, auf der die Kinder und Jugendlichen unterschrieben haben.

Angelique Hollmach im Aufenthaltsraum des Gräfenthaler Clubs mit der gemeinsam gebastelten „Holzgitarre“, auf der die Kinder und Jugendlichen unterschrieben haben.

Foto: Robin Kraska

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Der Eingang ist etwas versteckt, und ja, das Gebäude mag äußerlich schon bessere Zeiten gesehen haben. Das tut dem jungen Leben im Gräfenthaler Jugendclub aber keinen Abbruch. In dem städtischen Objekt in der Gebersdorfer Straße hat die örtliche Jugend nach Schulschluss fast eine ganze Etage für sich. Miteinander quatschen, spielen, kreativ sein, abhängen. „Wir haben einen Besucherstamm von ungefähr 15 Jungen und Mädchen“, sagt Angelique Hollmach, die seit Mitte Oktober die Freizeiteinrichtung leitet und nach rund 15 Jahren Susanne Ziermann ablöst. Die Jungen überwiegen etwas, der größte Teil geht auf die nahe Regelschule. Dort hat Hollmach lange die Tanz-AG angeboten. „Dadurch kenne ich viele meiner Jungs und Mädels schon, das ist gut“. Die meisten seien zwischen zehn und 14 Jahren alt.

Kohlenofen und Keyboard

Mit dem Jahreswechsel übernimmt Angelique Hollmach auch den Jugendclub in Probstzella, wo sie mehrere Jahre im Kindergarten der Loquitzgemeinde arbeitete. Träger beider Jugendclubs ist die Awo. Hollmach, selbst Mutter von zwei Jungen im Teenageralter, gesteht: „Bis die Stelle ausgeschrieben war, wusste ich selbst nicht, dass Gräfenthal noch über einen Jugendclub verfügt“. Umso schneller hat sie ihr Herz an den lauschigen Treffpunkt verloren. „Ein sehr schönes Objekt, richtig gemütlich“. Geheizt wird mit Kohlen und Holz, das ihr die Jungs mit aus dem Keller hochtragen. „Es macht ihnen nichts aus.“

„Die Jugendlichen laufen richtig zu Hochtouren auf, wenn es um Renovierung und Verschönerung geht“, sagt die Zoptenerin. So soll zu gegebener Zeit gemalert werden, wobei die Mädchen schon sehr konkrete Ideen hätten. In den fünf Räumen - inklusive vollausgestatteter Küche - kann Tischtennis, Darts, Keyboard und Billard gespielt werden; besonders begehrt sind die zwei PC-Arbeitsplätze und die „Zockerecke“ mit Videospielkonsole. Als einer der Minderjährigen jüngst ein FSK-18-Spiel mitbrachte, musste die 40-Jährige zwar einschreiten. „Grundsätzlich setze ich aber schon auf Offenheit.“ Dazu gehöre auch, dass sie grundsätzlich allen das „Du“ anbietet. „Ich wurde gut aufgenommen und lerne jetzt nach und nach alle kennen“, freut sie sich.

Erster Termin im Veranstaltungskalender war eine kleine Halloweenfete. Erst diesen Montag fand das Adventsbasteln mit Porzellanmalerei und Flaschenverzieren statt. Ausrangierte Blechbüchsen haben die jungen Gäste mit den Logos beliebter Internetportale wie YouTube oder Facebook bemalt. Nun dienen sie zur Aufbewahrung von Kleinkram. „Sie sind wirklich kreativ, beschäftigen sich auch mal längere Zeit für sich“, sagt Angelique Hollmach. Wichtig sei dabei immer, aufeinander Rücksicht zu nehmen. „Aber auch das klappt super.“

Einrichtungen sollen zusammenwachsen

Fürs neue Jahr plant sie nicht nur, den Gruppenleiterschein zu machen, sondern will auch einen Tag der offenen Tür organisieren, zu dem auch Viertklässler der gegenüber liegenden Grundschule eingeladen sind. Ihre Idee eines Flohmarkts fand sofort Zustimmung. „Meine Jugendlichen suchen jetzt schon Sachen von daheim zusammen, die sie dort verkaufen wollen“.

Im Probstzellaer Jugendclub treffen wir Karin Wenzel, die ihn noch bis Jahresende leiten wird. Selbstgebaute Sofas aus Europaletten mit Sitzkissen zum Faulenzen, Billard- und Kickertisch, elektronische Dartscheibe, ein Boxsack. Früher war hier unter anderem das Waschhaus der Kinderkrippe untergebracht, seit 1994 residiert der Jugendclub in dem robusten, leicht alternativen Ambiente. „Die Jungen lieben unsere Kellerräume“, weiß die gelernte Erzieherin. Seit 2009 war sie hier Chefin. Nächste Woche treffen sich beide Frauen, um die Amtsübergabe zu besprechen. Angelique Hollmach wird beide Einrichtungen unbefristet und in Vollzeit führen, die genauen Öffnungszeiten für beide Häuser gilt es noch festzulegen.

Dann soll es auch mehr gemeinsame Aktivitäten geben wie Wandertage und Radtouren. Das Interesse sei da, sagt sie. „Und die jungen Leute in unseren Orten hier kennen sich ja sowieso alle untereinander!“

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