Justin Wieckström erhält 500. Lehrvertrag in Ostthüringen

Altremda  Justin Wieckström erhält 500. Lehrvertrag in Ostthüringen. Er beginnt Ausbildung als Bauten- und Objektbeschichter

Justin Wieckström aus Heilsberg erhält den 500. Lehrvertrag im neuen Ausbildungsjahr in Ostthüringen. Er beginnt seine Ausbildung bei der Malerfirma Herger. 

Justin Wieckström aus Heilsberg erhält den 500. Lehrvertrag im neuen Ausbildungsjahr in Ostthüringen. Er beginnt seine Ausbildung bei der Malerfirma Herger. 

Foto: Heike Enzian

Als Justin Wieckström Zuhause in Heilsberg seine beruflichen Pläne verkündet, stößt das auf Zustimmung. Auch seine Kumpels finden gut, was er macht. „Sie haben gleich ein paar Aufträge für mich in petto“, lacht der 17-Jährige. Am 2. September beginnt er eine Ausbildung zum Bauten- und Objektbeschichter bei der Malerfirma Michael Herger in Altremda. Weil es der 500. Lehrvertrag im neuen Ausbildungsjahr in Ostthüringen ist, hatten sich gestern Vertreter der Handwerkskammer Ostthüringen zur Übergabe angesagt.

„Es ist kein Geheimnis, dass sich zu wenige Jugendliche ins Handwerk begeben. Wir sind froh über jeden Ausbildungsvertrag“, sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Frank Hohle. Und verbindet das mit einem Dank an den Unternehmer, „dass Sie über die Jahre kontinuierlich ausbilden“.

Zu wenig junge Leute erlernen ein Handwerk

Für Justin war schon länger klar, wohin es für ihn beruflich geht. Dabei ist er von Zuhause aus nicht handwerklich vorbelastet. In seiner Freizeit ist er aktiv in der Jugendfeuerwehr in seinem Heimatort. „Die Firma hat bei uns zu Hause gearbeitet. Es hat mir gefallen, wie sie das gemacht haben. Daraufhin habe ich mich für ein Praktikum beworben“, erzählt der junge Mann. Es sollte nicht das einzige bleiben. Auch jetzt in den letzten großen Ferien seines Lebens nach dem Abschluss an der Freien Fröbelschule Keilhau hat er sich hier zur Ferienarbeit angemeldet. „Weil man gleich sieht, was man geschafft hat. Und weil man weiß, was am Ende herauskommen soll“, so seine Antwort auf die Frage, was das Handwerk für ihn attraktiv macht. Er hat bereits am Landesrechnungshof und in einigen Privathaushalten erste Erfahrungen gesammelt. Arbeit, davon ist er überzeugt, gibt es für ihn in Zukunft genug. Drei Jahre dauert die Ausbildung. Für den jungen Mann aus Heilsberg beginnt sie mit Theorie an der Berufsschule in Erfurt.

Für Firmenchef Michael Herger ist es wichtig, dass die Neuen ins Team passen. „Er kommt gut mit unseren Leuten aus und sie mit ihm“, sagt er. Da passt es zum Beispiel gut, dass zwei seiner Mitarbeiter auch aus Heilsberg kommen. Damit ist die Frage, wie Justin zur Arbeit kommt, so lange bis er selbst den Führerschein hat, schon mal geklärt.

Zwölf junge Leute haben in den letzten Jahren ihr Handwerk in der Firma mit Sitz in dem kleinen Ortsteil gelernt. Nicht alle sind geblieben. Manche haben sich selbstständig gemacht oder folgten anderen, die diesen Schritt gegangen sind. Mit Justin am Start ist eine junge Frau aus Zeutsch, die jetzt das zweite Lehrjahr beginnt.

Elf Mitarbeiter zählt der Malerbetrieb. Inzwischen konzentriert sich das Tagesgeschäft auf Aufträge aus der Region. Neben den klassischen Maler- und Lackierarbeiten bietet die Firma auch Wärmedämmungs- und Restaurationsarbeiten an Gebäuden an. Ab und zu gibt es Aufträge aus dem Raum Erfurt und aus Jena. In der Vergangenheit war auch Montage angesagt, um die Auftragsbücher voll zu bekommen. „Aber das haben wir wieder zurückgefahren. Inzwischen gibt es auch hier gut zu tun“, sagt Matthias Herger.

Der 39-Jährige wird perspektivisch in die Fußstapfen seines Vaters treten und die Firma übernehmen. Damit ist in dem Familienbetrieb die Nachfolge geregelt. Auch das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. „Da haben Sie es gut. Es gibt im Kammerbezirk mehr als eintausend Betriebe, die zur Übergabe anstehen, für die es aber keine Nachfolger gibt“, so Franke Hohle.

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