Kommentar: Besser Vorsicht als Nachsicht

Robin Kraska über Fehler, die passieren können – und dürfen?

Robin Kraska

Robin Kraska

Foto: Peter Michaelis / OTZ

Auf sowas hat keiner Lust: Der Fehler am künftigen Saalesteg zwischen Reschwitz und Obernitz verärgert ebenso zurecht, wie er mit Sicherheit vermeidbar gewesen wäre. Dass der Fehler quasi nebenher entdeckt wurde, ist einerseits erleichternd, aber vor allem beunruhigend. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler, sagt da der eine.
Allerdings nicht nur dort, denn wäre Automatisierung das allein seligmachende, hätte die Menschheit sie wohl längst viel weiter entwickelt. Doch während viele Fehler schlimmstenfalls für nachhaltigen Unmut sorgen, münden einige wenige in Katastrophen. Freilich hätte auch nie etwas passieren müssen. Vielleicht wäre die Gefahr eines Unglücks ja sogar sehr gering gewesen. Falls doch, kann aber niemand die Auswirkungen abschätzen. Die Bilder einer kollabierten Autobahnbrücke in Genua gingen erst vor gut zwei Jahren um die Welt. Solche Szenarien sollten im Jahre 2018 nicht mehr vorkommen. Womöglich ist Saalfeld haarscharf daran vorbeigeschrammt, mit einer eingestürzten Brücke und Toten in die Tagesschau zu kommen. Oder auch nicht, wer weiß das schon? Vorsicht ist jedenfalls besser.