Kommentar: Vernunft und Solidarität

Guido Berg über die Corona-Pandemie im Landkreis.

Guido Berg

Guido Berg

Foto: Lutz Prager / OTZ

Zwei Seelen wohnen auch in meiner Brust. Die eine fühlt die Angst der Gastronomen, der Kosmetikerinnen, der Kulturschaffenden und vieler Arbeitenden überhaupt um ihre wirtschaftliche Zukunft. All diejenigen, deren berufliche Tätigkeit in der Corona-Pandemie eingeschränkt werden oder gar unterbleiben muss, erbringen ein hohes Opfer für die Gesundheit aller. Ihnen muss auch die Solidarität aller gelten, finde ich, und das heißt konkret, dass Ihnen im kommenden Teil-Lockdown Beihilfen gezahlt werden müssen. Ich wünsche Ihnen unbürokratisch und schnell handelnde Verwaltungen.

Die andere Seele weilt bei den Schwestern und Ärzten in unserem Landkreis. Wenn wir es nicht schaffen, Kontakte zu reduzieren und den Coronavirus damit in die Schranken zu weisen, könnten Ärzte und Schwestern in die Lage geraten, Erkrankten nicht mehr so helfen zu können, wie sie es möchten. Die Intensivmedizin muss aber weiterhin für jeden Erkrankten, der es braucht, zur Verfügung stehen. Ärzte und Schwestern sollen nicht Patienten gehen lassen müssen, die sie eigentlich halten könnten. In diesem Zwiespalt der beiden Seelen in meiner Brust – und der von so vielen Menschen – muss die Vernunft moderieren. Der Corona-Virus ist real und real ist die Gefahr für das Leben vieler, die an ihm erkranken.