Kräuterlehrpfad bei Oberweißbach mit QR-Codes ausgestattet

Oberweißbach  Nah dran: Der Kräuterlehrpfad bei Oberweißbach ist mit QR-Codes ausgestattet worden. Jetzt können sich Wanderer ausführlich per Smartphone über die Kräuter am Wegrand informieren.

Per Smartphone kann man den QR-Code auslesen, der Informationen über die Kräuter auf das Display sendet. Foto: Uwe Frost

Per Smartphone kann man den QR-Code auslesen, der Informationen über die Kräuter auf das Display sendet. Foto: Uwe Frost

Foto: zgt

Nächtelang hat Andreas Worm an den Texten gearbeitet. Für 90 verschiedene Kräuter hat er die Besonderheiten von Pflanzen, Blättern und Blüten aufgeschrieben, Tipps für die Verwendung der Kräuter zusammengetragen und jedes einzelne Datenblatt mit jeweils zwei Bildern versehen. Dazu fertigte er Schilder mit den Namen der Kräuter und einem QR-Code an, jenen pixeligen schwarz-weiß gemusterten Quadraten, die es erlauben mit einem Smartphone die Informationen aus dem Internet abzurufen.

Am Freitag wurde der digital aufgerüstete Kräuterpfad feierlich seiner Bestimmung übergeben, mit dem Durschneiden des Bandes vor dem Fröbelhaus in Oberweißbach und natürlich mit einer zünftigen Wanderung über den 2,5 Kilometer langen Kräuterlehrpfad. Andreas Worm und seine Frau Elsbeth haben in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten maßgeblich diesen Lehrpfad mitgestaltet, der Teil des zehn Kilometer langen Olitätenwanderwegs ist.

Worm war von 1990 bis 1994 Bürgermeister von Oberweißbach. „Wir haben uns damals auf unsere Traditionen besonnen“, erinnert er sich. Schon immer gab es in dieser Region einen regen Handel mit Olitäten, aus Kräutern und daraus gewonnenen Essenzen hergestellte Heilmittel, die schon im späten Mittelalter von so genannten Buckelapothekern übers Land getragen wurden. Seinen Ursprung hatte dieser Handel gerade in der vom Glasmacherhandwerk geprägten Region, denn die Herstellung kleiner Glasfläschchen ermöglichte erst den sicheren Transport von Olitäten.

Im Fröbelhaus erinnert eine Ausstellung an die Hoch-Zeit des Olitätenhandels um Oberweißbach. Das Gebäude, das Geburtshaus des Reformpädagogen Friedrich Fröbel, beherbergte bis 1982 einen Kindergarten, erzählt Bürgermeister Jens Ungelenk (parteilos). Nach der Wende wurde es der Stadt übertragen. Vor vier Jahren wurde das Äußere des Fachwerkhauses mit Mitteln aus der Dorferneuerung saniert. Heute befindet sich im Fröbelhaus neben der Touristinformation und dem Fröbel-Museum auch ein kleines Geschäft für Olitäten.

Nach der Wende habe man im Obergeschoss ein Kräuterstübchen eingerichtet und begonnen, Kräuterseminare zu veranstalten, erinnert sich Worm.Das Interesse an den Kräuterseminaren und dem Lehrpfad sei mit den Jahren immer mehr gewachsen, erklärt der Buckelapotheker, dessen Frau sich vornehmlich in den ersten Jahren um diesen Bereich kümmerte. Parallel dazu sei der Olitäten-Rundwanderweg entstanden, von denen 2,5 Kilometer zwischen Fröbelhaus und dem Fröbelturm seit 1997 als Lehrpfad dienen. 90 verschiedene Kräuter kann man dort finden. „Keines wurde extra angepflanzt, sondern alle wachsen an ihren natürlichen Standorten“, sagt Worm.

2012 kam Gerd Eberhardt, damals Geschäftsführer der Fröbelstadt Marketing GmbH, auf die Idee, den Lehrpfad mit QR-Codes auszustatten. Ursprünglich war der Gedanke, nur die Stempel für das Absolvieren des Wanderwegs als QR-Codes anzubringen. Doch das war der Marketinggesellschaft dann doch zu wenig, sagt Geschäftsführerin Katharina Eichhorn. Und so entschied man, gleich auch die Schilder, die am Rande des Lehrpfades die Kräuter erklären, mit solchen Codes auszustatten.

Eberhardt, seit einem Jahr Rentner, kümmert sich immer noch um die Belange des Tourismus in der Region. Auf der Wanderung gestern demonstrierte er, wie man sich in Sekundenschnelle die Informationen auf das Display eines Smartphones holen kann. Probleme mit dem Empfang soll es nicht geben. Zumindest im D1-Netz gebe es über die ganze Wegstrecke Verbindung zum Internet.

Mehr Informationen unter: www.rennsteig-schwarzatal.de

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