Kulturpalast Unterwellenborn: Eigentümer mauert gegen Verein

Unterwellenborn/Bonn  Nachgehakt 10.000 Euro Fördergeld liegen auf Eis, weil Eigentümer-Unterschrift fehlt – Konzert statt Führungen am 8. September

Am Nordflügel, wo eindringendes Wasser zu Schäden am Mauerwerk geführt hat, sollte die Dachsanierung eigentlich längst begonnen haben.

Am Nordflügel, wo eindringendes Wasser zu Schäden am Mauerwerk geführt hat, sollte die Dachsanierung eigentlich längst begonnen haben.

Foto: J. Voigt

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Rund 8000 Bauten in Deutschland öffnen ihre Pforten am 8. September zum Tag des offenen Denkmals, etwa 40 werden es im hiesigen Landkreis sein. Der ehemalige Maxhütten-Kulturpalast aber wird wohl fehlen, auch wenn er auf der Website der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) noch gelistet ist. Laut Torsten Ströher vom Förderverein erlaubt der Besitzer des Areals keinen Zugang.

Das Ärgernis passt zur insgesamt schwierigen Lage. Zwischen dem Verein, der seit 2013 den Palast zumindest zu erhalten und mit Veranstaltungen zu beleben versucht, und dem Gebäudeeigentümer Knut Schneider aus Franken ist das Verhältnis mehr als frostig. Seit dem Frühjahr hat der Verein Hausverbot, musste auch seine Materialien und Geräte aus dem Palast räumen. Ende Juni folgte der nächste Eklat, als die Übergabe eines aus Thüringer Lottomitteln gespeisten DSD-Fördervertrags über 10.000 Euro zwecks Reparatur von Türen und Fenstern scheiterte, weil Schneider nicht erschien. Man werde irgendwie dafür sorgen, dass das Geld an den Kulturpalast-Verein geht, versicherte damals der Lotto-Thüringen-Chef.

Beim Verein sind die 10.000 Euro bislang jedoch nicht angekommen. Und werden es so schnell wohl auch nicht. Denn Schneider hat laut DSD den Fördervertrag weder unterschrieben zurück gesandt noch sonst ein Signal gegeben, wie damit verfahren werden soll. „Wir arbeiten gern mit solchen Vereinen wie in Unterwellenborn“, betont DSD-Projektreferent Guido Siebert, „aber wir brauchen nun einmal auch das Einverständnis des Eigentümers.“

Siebert entkräftet zugleich Befürchtungen, das Geld könne vom Eigentümer einfach eingesteckt werden. Zum einen sei es der Förderverein gewesen, der den Antrag bei der DSD mit ausdrücklicher Unterstützung des Thüringer Landeskonservators gestellt habe. Zum anderen fließe das Geld nur bei Vorlage geprüfter Rechnungen.

Während Türen und Fenster zumindest noch halten, schreitet der Verfall in anderen Bereichen des Palastes voran. Vor allem das völlig marode Dach von Nord- und Nordwestflügel bereitet Sorge, da eindringendes Wasser bereits Dachstuhl, Mauern und Fußböden schädigt. Eigentlich müsste hier, wie bereits am Südflügel geschehen, endlich richtig saniert werden, entsprechende Gelder von Land und Bund waren bestätigt, eine Not-Abdeckung per Plane erfolgt. Inzwischen ist die Plane vom Winde verweht, der Bau ruht – weil auch dafür die Zustimmung Schneiders fehle, so Vereinschef Ströher.

Der schlussendlich auch aufklärt, was für den 8. September vorbereitet wird: keine Führungen durch den Palast, aber ein Blues- und Rockkonzert im Freibad mit dem dänischen Pianisten Morten Wittrock sowie dem Sänger Jes Holtsø, der einst als Jugendlicher „Børge“ bei der „Olsenbande“ mitwirkte. Eine passende Wahl, findet Ströher. Denn die Olsenbande habe verkörpert, wofür der Verein stehe: niemals aufgeben.

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