Kunstfehler bei Saalesteg-Baustelle

Saalfeld.  Wie der Bürgermeister im Stadtrat verkündete, stellte sich ein Bauteil als zu schwach heraus. Der Stadt entstehen aber keine zusätzlichen Kosten.

Die Stäbe für die Zugseile im Betonfundament stellten sich als zu wenig belastbar für die geplante Nutzung heraus, hier die Reschwitzer Seite.

Die Stäbe für die Zugseile im Betonfundament stellten sich als zu wenig belastbar für die geplante Nutzung heraus, hier die Reschwitzer Seite.

Foto: Robin Kraska

Nach den Verzögerungen beim Bau des Zeissstegs im vergangenen Jahr gibt es nun auch bei der Saalebrücke Reschwitz-Obernitz Probleme. Wie Bürgermeister Steffen Kania (CDU) dem Stadtrat zur Sitzung am Mittwoch mitteilte, sind die Metallstäbe für die Zugseile zu schwach. „Es handelt sich nur um Betonstahl, statt wie erforderlich um Spannstahl“, erklärte Kania.

Sie könnten nur rund 1300 Kilonewton Kraft aufnehmen, erforderlich seien aber 2656 Kilonewton. „Das ist bloß die Hälfte! Hier gehen wir natürlich keinerlei Risiko ein.“ Die Stäbe, die in den bereits gegossenen Betonfundamenten stecken, müssten nun ausgetauscht werden, wozu die Fundamentfüße noch einmal mehr oder weniger weit abgetragen werden müssten.

Wie groß der Aufwand und damit die Verzögerung genau ist, werde nun von der – reuigen – Baufirma Temme Stahl- und Industriebau aus Bad Lauchstädt ermittelt. Im Betrieb war gestern telefonisch kein projektkundiger Mitarbeiter mehr zu erreichen. Kania zufolge gibt es eine neuartige Methode, bei der mit rund acht Wochen zu rechnen sei. Ursprünglich war das Frühjahr, vielleicht Ostern, als Eröffnungszeit geplant.

Stadt entstehen keine Mehrkosten

„Da das Verursacherprinzip greift, entstehen uns allerdings keinerlei Kosten“, vermeldete Kania. Die Kosten übernimmt die Baufirma. Dabei sei es ein Glücksfall, dass der Fehler bei einer Begehung am Montag überhaupt festgestellt worden ist. Eigentlich sei es um die Korrosionsschutzmäntel der Stäbe gegangen. „Nicht auszudenken, was vielleicht zur Eröffnung hätte passieren können“, so Kania. Auch Tiefbauamtsleiter Uwe Neumann nannte den Vorfall „vollkommen ärgerlich“. Aber: „Wir können hier keine Kompromisse eingehen!“.

Ob in diesem Zuge nicht auch der Zeisssteg nochmals überprüft werden sollte, fragte Ratsherr Steffen Lutz (SPD). Neumann beruhigte: Es gebe dort keine entsprechenden Hinweise, auch sei die Bauart anders, so Kania.

Andere Baumaßnahmen liefen dagegen reibungslos. So werde an der Schollschule mit „Hochdruck“ gearbeitet, gerade die Fachkabinette aufgebaut und die Klassenzimmer möbliert. Der Umzugstermin für die Regelschule nächste Woche, und damit in den Ferien, soll eingehalten werden. Ab Frühjahr beginnen dann die Sanierungen von Freisportanlage und Turnhalle, die einstimmig beschlossen wurde. Kostenpunkt: Rund 1,42 Millionen Euro.

Gleichfalls unisono positiv fiel das Votum für zwei weitere Schul-Projekte aus: Die Grundschule Gorndorf muss als letzte Saalfelder Schule generalsaniert werden, wofür 6,5 Millionen Euro anfallen. In Dittrichshütte sollen die Schüler eine neue Sporthalle bekommen. Für beide Maßnahmen werden nun Fördermittel des Bundes beantragt.

Saalfelder wollen Kirchplatzund Boulevard grün

Ausgewertet ist die analoge und digitale Bürgerbefragung zur Umgestaltung Kirchplatz/Boulevard. Kania freut sich über eine gute Mitmachquote, wobei in der Prioritätenliste der Erhalt und Neuschaffung von Sitzmöglichkeiten und Grünflächen ganz oben gestanden hätten. Auch Spielplätze und Wasserspiele sähen die Teilnehmer gerne, Müllbehälter rangierten in der Wichtigkeit weiter hinten. Im November könnten dann erste Gestaltungsmöglichkeiten vorliegen, so der Bürgermeister.