Landrat besichtigt Saalfelder Sauer-Orgel

Saalfeld.  Die Saalfelder Sauer-Orgel muss saniert werden. Davon überzeugte sich nun auch Landrat Marko Wolfram.

Kantor Andreas Marquardt spielt an der Sauer-Orgel in der Johanniskirche in Saalfeld. Landrat Marko Wolfram (SPD) schaut zu. Das Instrument soll saniert werden.

Kantor Andreas Marquardt spielt an der Sauer-Orgel in der Johanniskirche in Saalfeld. Landrat Marko Wolfram (SPD) schaut zu. Das Instrument soll saniert werden.

Foto: Martin Modes / Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt

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„Unsere Sauer-Orgel ist eine der größten und bedeutendsten Orgeln in Thüringen – auf jeden Fall ist es die größte im Landkreis“, sagte der Kantor der Saalfelder Johanniskirche, Andreas Marquardt, bei einem Besuch von Landrat Marko Wolfram (SPD).

Zusammen mit Pfarrer Christian Weigel und Thomas Villwock vom Vorstand des Saalfelder Orgelfördervereins nahm er Wolfram mit auf eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Orgel und eine Vorführung der opulenten klanglichen Vielfalt des romantischen Orgelbaumeisterwerks, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Schließlich habe der Termin mit einer Besichtigung des Orgelwerks geendet, wo Wolfram nicht nur die großartige Technik, sondern auch die vielfachen Beschädigungen und Risse im Inneren habe sehen können.

In den 1930er Jahren war die Orgel von Wilhelm Sauer, die im Jahr 1894 die vorherige barocke Fincke-Orgel aus dem Jahr 1708 ersetzte, umgebaut und in den 1990ern teilweise rückgebaut worden. Inzwischen ist eine umfassende Sanierung fällig. Einzelne Töne seien nicht mehr zu hören, manche Töne erklingen verzögert, „und das Zungen-Register Clarinette ist überhaupt nicht mehr vorhanden“, so Marquardt.

Sanierung kostet 300.000 Euro

Die Saalfelder Sauer-Orgel ist eine Zwischenstufe zwischen mechanischer und pneumatischer Bauweise. Mit den 48 Registern und über 3000 Orgelpfeifen kann sie so ganz unterschiedliche Instrumentenfarben erzeugen wie Flöte, Trompete, Posaune oder Gambe. Gesteuert wird das über Mechanik und Pneumatik und über große rote und weiße Knöpfe und Tasten. Eingebaut wurde vor 125 Jahren auch schon ein System-Speicher, lange bevor das mittels Elektronik üblich war.

Zu den Besonderheiten, wie man sie in der deutschen Romantik liebte, gehört auch die Crescendowalze, mit deren Hilfe immer mehr Töne zugeschaltet werden können. „Das Schönste ist aber das Streichregister, mit dem die Töne ganz leise gespielt werden können“, so Andreas Marquardt.

Umso schwerwiegender seien die vielen klanglichen Probleme. Zahlreiche Risse müssten ausgebessert oder Register neu gebaut werden. „Wir müssen etwas unternehmen, um die Orgel vor dem Verfall zu bewahren“, so der Kantor. Und deshalb wurde ein Orgelförderverein gegründet, um die benötigte Summe von 300.000 Euro aufzubringen. Zusagen und Fördermittel seien schon vorhanden. Landrat Wolfram wolle das Thema zudem in den Gremien des Kreistages angehen. Die Kirchgemeinde wird dazu einen Förderantrag stellen.

Ab Oktober 2021 soll die Sanierung angegangen werden. Übernehmen soll die Orgelwerkstatt Scheffler aus Frankfurt/Oder.

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