LARU im Gewerbegebiet Kirchhasel investiert in weiteres Wachstum

Kirchhasel  Beim Hersteller von Kunststofffenstern und - türen wird in dieser Woche eine neue Maschine montiert. Es wurden auch weitere Arbeitsplätze geschaffen.

LARU-Chef Markus Langhammer (links) und Markus Kurowski vom Maschinenbauer Thorwesten betrachten sich Pläne zum Aufbau der neuen Maschine, die den Fensterbau im Gewerbegebiet Kirchhasel effektiver gestalten soll.

LARU-Chef Markus Langhammer (links) und Markus Kurowski vom Maschinenbauer Thorwesten betrachten sich Pläne zum Aufbau der neuen Maschine, die den Fensterbau im Gewerbegebiet Kirchhasel effektiver gestalten soll.

Foto: Thomas Spanier

Wenn Markus Langhammer von seinem Schreibtisch im Obergeschoss des Firmenbaus in Kirchhasel aufblickt, dann spürt er geradezu körperlich die Verantwortung, die ihm seine Vorfahren aufgebürdet haben. An der Wand hängt ein großformatiges Bild der Vereinigten Leistenfabriken Max Langhammer KG. Der Gründungsort des Familienunternehmens, ein Grundstück gegenüber des Rudolstädter Nordfriedhofs, hat noch immer eine besondere Bedeutung im Leben der Langhammers. Hier lernten Hanns-Peter, der Vater von Markus, und Horst Langhammer ihr Handwerk, die Mutter des heutigen Hauptgesellschafters lebt noch immer in der alten Fabrikantenvilla am Ufer der Rinne.

Das ehemalige Produktionsgebäude, das bald nach der Wende zu klein wurde, dient heute übrigens auf mehreren tausend Quadratmetern als Archiv für Mandantenakten einer großen Münchner Insolvenzkanzlei. In den 1990er Jahren hatten sich hier zuerst ein Polstermöbel- und danach ein Teppichmarkt versucht. Für den Einzelhandel erwies sich der Standort aber als nicht optimal.

Lieferzeiten sollen deutlich verkürzt werden

Kurz nach der Wende gründeten Hanns Peter und Horst Langhammer aus der alten Leistenfabrik die LARU Langhammer GmbH, einen Spezialbetrieb für die Fertigung von Kunststofffenstern und -türen. Sie hatten erkannt, welcher Sanierungsstau in den neuen Bundesländern über die DDR-Jahre entstanden war. Als der Standort An der Rinne zu klein wurde, baute man im Gewerbegebiet Kirchhasel neu. 1994 wurde das Werk mit Ausstellungsraum eröffnet. Viele der heutigen Mitarbeiter sind vom ersten Tag an dabei. So wie Veit Unbehaun, der Betriebsleiter der Produktion, oder Heiko Arndt, Mitgesellschafter und Geschäftsführer der LARU GmbH.

„Wir haben uns in den 25 Jahren seit dem Umzug kontinuierlich entwickelt“, sagt Markus Langhammer. Der Umsatz konnte stetig gesteigert werden und betrug zuletzt rund 2,5 Millionen Euro im Jahr. Um die 20 Vollzeitstellen gibt es im Unternehmen, das stabil läuft. Die Zahl der Köpfe ist etwas höher. Sie arbeiten in Produktion, Verkauf und Montage, die möglichst aus einer Hand kommen sollen. Aufträge gibt es genug, manchmal so viele, dass sich die Lieferzeiten auf kaum zumutbare zwölf bis 15 Wochen verlängert haben. Mitunter musste man schon Aufträge ablehnen.

„Deshalb haben wir uns entschlossen, jetzt die größte Einzelinvestition der letzten 25 Jahre zu tätigen“, sagt Langhammer. In dieser Woche wird in der Werkhalle eine neue Maschine montiert, die für gleichbleibende Qualität bei der Verarbeitung sorgen soll und dafür, dass die Leute andere Sachen machen können. „Die Maschine ist ein fleißiger Idiot. Ohne klare Ansage kann sie gar nichts“, sagt Markus Kurowski von der Herstellerfirma Thorwesten, der das acht Meter lange Gerät in dieser Woche einrichtet, anschließt und die LARU-Mitarbeiter schult.

Im Schnitt eine dieser Maschine pro Woche verkauft der Hersteller aus Nordrhein-Westfalen weltweit, „von Neuseeland bis Südamerika“, so Kurowski. Die Investition, die mit Software und Umbau rund 200.000 Euro beträgt, wird vom Land gefördert. Voraussetzung war, dass dabei mindestens ein neuer Arbeitsplatz entsteht. „Am Ende sind es drei Neueinstellungen geworden“, sagt Markus Langhammer.

Der 35-Jährige ist froh, dass man aktuell noch wenig mit der Problematik fehlender Fachkräfte zu tun hat. LARU habe sich schon immer seine Leute selbst heranziehen müssen. Es gebe keinen passenden Ausbildungsberuf für die Herstellung von Kunststofffenstern, die Anforderungen an die Mitarbeiter seien sehr spezifisch und auch deutlich komplexer als vor 25 Jahren, als es nur zwei Fenstertypen für einen ganzen Wohnblock gab. Wenn man wie jetzt gerade für ein Seniorenheim in Jena-Lobeda Fenster und Türen herstellt, sind es fast alles Unikate. Die Anforderungen an Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Wärmedämmung oder Sicherheit haben sich enorm entwickelt.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.