„Medaille wäre wieder schön“: SSV Saalfeld-Handballerinnen als Mitfavorit um Landesmeisterschaft

Saalfeld  Interview der Woche Die SSV-Handballerinnen gehen als Mitfavoriten auf den Landesmeistertitel in die Saison

Der Saalfelder Trainer Christian Szotowski schwört seine Spielerinnen in vergangenen Saison auf den Kontrahenten ein. Nach einem dritten Platz in der letzten Thüringenliga-Spielzeit will der Coach mit dem SSV auch dieses Mal wieder auf das Podest.

Der Saalfelder Trainer Christian Szotowski schwört seine Spielerinnen in vergangenen Saison auf den Kontrahenten ein. Nach einem dritten Platz in der letzten Thüringenliga-Spielzeit will der Coach mit dem SSV auch dieses Mal wieder auf das Podest.

Foto: Peter Scholz

Nach der Strukturreform im Thüringer Frauen-Handball spielt der 1. SSV Saalfeld in der kommenden Saison in der Landesliga-Staffel 2. Eine Thüringenliga wie bei den Männern gibt es nicht mehr; die Landesliga ist somit die höchste Spielklasse im Freistaat. Über die Chancen auf einen vorderen Platz in der Tabelle, den bisherigen Stand der Vorbereitung und die Zusammenarbeit mit den Handball-Männern der HSG Saalfeld-Könitz sprachen wir mit Christian Szotowski, dem Trainer der SSV-Frauen.

Fangen wir dieses Gespräch über die kommende Saison mal mit einem Blick zurück an: Gerade einmal sechs Teams gab es in der vergangenen Thüringenliga-Saison, so dass strukturelle Veränderungen im Handball fast zwangsläufig notwendig wurden. Sie waren quasi alternativlos, oder?

Ja, muss man so sagen. Es war damals eine Entscheidung aller betroffenen Vereine bei einem Treffen in Bad Blankenburg, mit zwei Landesliga-Staffeln in diese Saison zu gehen und damit auf eine eigenständige Thüringenliga zu verzichten. Es gab also gar keine andere Lösung.

Gibt es dennoch dann einen Landesmeister?

Ja, na klar. Die ersten beiden Teams spielen am Saisonende Überkreuzvergleiche, die Sieger machen dann in einem Finale die Landesmeisterschaft unter sich aus.

Da will der SSV doch sicher auch dabei sein.

Ja, wir wollen Staffelsieger werden. Und letztlich auch in dieser Saison mit einer Medaille die Meisterschaften beenden.

Die Teams aus den damaligen Landesligen sollten bezwingbar sein. Wer ist denn dann der härteste Konkurrent für die Saalfelder auf dem Weg zum Staffelsieg? Oder gibt es einen Durchmarsch?

Das glaube ich nicht. Ich denke Mal, dass uns vor allem Gispersleben das Leben schwer machen und der ärgste Konkurrent sein wird.

Die Staffeln sind keine reinen Ost- oder West-Staffeln. Warum das nicht?

Es wurde ganz bewusst gemischt. Weil man schon sagen muss, dass die Teams aus dem Thüringer Osten stärker sind. So wäre eine Staffelverteilung nicht ausgewogen gewesen.

Die Punktspielsaison geht für Saalfeld recht spät, nämlich erst Ende September, los. Wann beginnt man da mit der Vorbereitung?

Bei uns ging es am vergangenen Freitag los. Aber es ist sehr unterschiedlich; die Jenaer beispielsweise haben schon im Juli trainiert, manche Mannschaften machen in der Vorbereitung aber auch einmal Pause. Ich finde es ganz gut, wenn man erst nach den Ferien und der Urlaubszeit beginnt.

Wie sieht es personell in der kommenden Saison aus?

Aktuell haben wir einen Kader von 14 Mädchen und Frauen, wobei wir die Abgänge von Annalena Bock nach Jena und Lisa Müller nach Rückmarsdorf verkraften müssen. Beide verlassen uns aus beruflichen Gründen. Außerdem steht uns Marie Kriesche als Spielerin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Aber sie wird uns als Trainerin weiterhin unterstützen. Neu im Training bei den Frauen sind drei B-Jugendliche. Und dann hoffe ich auf die Rückkehr von Peggy Pleyer, Juliane Walther und Jennifer Grosse. Alle drei waren schwanger, sind jetzt Mütter. Wahrscheinlich sind sie ab der Rückrunde wieder mit an Bord.

Was ist in der Vorbereitung geplant?

Kurz gesagt: Viele Trainingseinheiten und zwei Vorbereitungsturniere. Besonders für die einheimischen Zuschauer interessant dürfte am 7. September unser eigenes Turnier mit vier bis fünf teilnehmenden Mannschaften sein.

Ende August geht es aber erst einmal gemeinsam mit den Männern der HSG Saalfeld/Könitz zu einem Turnier nach Klingenthal. Wie kommt es zu solch einer Zusammenarbeit? Gemeinsames Trainieren mit den Männern ist doch sicher schwierig?

Das stimmt schon, gemeinsam Trainieren ist nicht möglich. Aber wir wollen mehr gemeinsam machen. Und da gehört zum Beispiel das Turnier in Klingenthal dazu. Wir wollen aber neben dem Turnier auch mehr gemeinsame Ausflüge unternehmen, gemeinsam Feiern.

Zurück zum Sportlichen: Das Ziel Platz eins bis drei haben Sie schon erwähnt. Wenn der SSV das Aufstiegsrecht hätte, würde er es wahr nehmen?

Nein, der Aufstieg ist kein Thema. Wir haben viele Spielerinnen, die 30 Jahre und älter sind. Für das Gros ist der Aufwand einfach zu groß, den so eine Viertliga-Saison mit sich bringen würde.

Und neue Spielerinnen aus anderen Vereinen sind keine Option?

Wenn sie quasi freiwillig zu uns kommen wollen, natürlich gern. Aber mit Geld Spielerinnen zu uns locken, werden wir nicht machen. Das ist nicht unsere Philosophie.

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