Medizinische Fachschüler aus Saalfeld wollen Klasse des Monats werden

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Die Klasse KR 18a der Medizinischen Fachschule "Georgius Agricola" im Hof der Saalfelder Bildungseinrichtung. Die künftigen Pflegefachkräfte verstehen sich als perfektes Team und möchten die erste "Klasse des Monats" im neuen Wettbewerb von Volksbank und OTZ werden.

Die Klasse KR 18a der Medizinischen Fachschule "Georgius Agricola" im Hof der Saalfelder Bildungseinrichtung. Die künftigen Pflegefachkräfte verstehen sich als perfektes Team und möchten die erste "Klasse des Monats" im neuen Wettbewerb von Volksbank und OTZ werden.

Foto: Thomas Spanier

Saalfeld.  Klasse des Monats: Die KR18a der Medizinischen Fachschule Saalfeld ist Kandidat Nummer 1 im April.

Am 31. August 2021 endet die Ausbildung für 13 künftige Gesundheits- und Krankenpfleger, die den praktischen Teil ihrer Ausbildung an den Thüringen-Kliniken in Saalfeld, Rudolstadt oder Pößneck absolvieren sowie die Theorie an der Medizinischen Fachschule „Georgius Agricola“ in Saalfeld. Bis dahin sind sie noch im Lehrlingshellblau zu erleben. Geht alles seinen Gang, wechseln sie zum 1. September ins Dunkelblau der examinierten Pfleger. Und feiern nach der Zeugnisausgabe mit einem Teil der Prämie als „Klasse des Monats“.

Die KR18a ist der erste Kandidat für die Aprilausgabe des neuen Wettbewerbs „Klasse des Monats“, den Volksbank eG Gera-Jena-Rudolstadt und Lokalredaktion der Ostthüringer Zeitung heute gemeinsam starten. Zwei weitere Bewerber folgen an den nächsten beiden Montagen.

Was die KR18a besonders macht? „Es ist die Balance aus Spaß und Ernsthaftigkeit beim Lernen, die unsere Lehrer an unserer Klasse schätzen“, sagt Anton Heller. Der Klassensprecher, der 2018 am Saalfelder Heinrich-Böll-Gymnasium Abitur machte, ist der einzige Hahn in einem „kunterbunt zusammengewürfelten Hühnerhaufen“, wie er selbst sagen.

„Jetzt sind wir alle Leidensgenossen und Freudensgenossen“

18 junge Frauen und zwei junge Männer waren sie, als die Ausbildung vor fast drei Jahren begann. Sieben haben die Lehre aus unterschiedlichen Gründen nicht zu Ende gebracht, auch Schwangerschaft und Krankheit spielten eine Rolle. Der zweite Mann wechselte in die kürzere Ausbildung zum Krankenpflegehelfer. Die, die sich jetzt auf die Prüfungen im Juni und Juli vorbereiten, eint vor allem das berufliche Ziel, „Menschen zu helfen und in schwierigen Situationen im Leben zu begleiten“, wie es Alina Morgenroth formuliert, die stellvertretende Klassensprecherin.

„Nach zwölf Jahren Schule hatte ich Lust auf was Praktisches, einen handfesten Beruf“, sagt die Rudolstädterin. Es gebe viele Möglichkeiten, auf den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers aufzubauen. Womöglich wird manch einer aus der KR18a später mal Arzt. Die theoretischen Grundlagen und die praktischen Erfahrungen, die man in den einzelnen Krankenhausstationen sammelt, schaden dafür bestimmt nicht.

Vier bis fünf Wochen dauern im Schnitt die Theorieblöcke an der Fachschule in Saalfeld, die Praxis ist meistens doppelt so lang. Bezahlt werden sie von den Thüringen-Kliniken nach Ausbildungstarif. Rund 800 Euro pro Monat waren es am Anfang, jetzt sind sie bei 1300 Euro.

Dass sie inzwischen eine Abschlussklasse sind, können sie selbst kaum glauben. „Durch die physischen Berührungspunkte findet man sich schnell“, blickt Anton Heller auf die Anfangszeit zurück. Später traf man sich als Klasse beim Griechen oder in der Strandbar in Rudolstadt. Bis auf zwei waren alle im vorigen Jahr auf privater Klassenfahrt gemeinsam im Heidepark Soltau. „Jetzt sind wir alle Leidensgenossen und Freudensgenossen,“ so der Saalfelder.

Wie es aussieht, werden alle 13 die Prüfungszulassung bekommen. Dann gilt es, das in drei Jahren Erlernte abzurufen. Drei schriftliche Prüfungen, eine mündliche und eine praktische über zwei Tage warten auf die künftigen Pfleger, von denen die meisten wohl in den Thüringen-Kliniken bleiben werden. „Es gibt schon Lerngruppen“, verraten die Sprecher. „Erst waren wir ein Haufen Fremder, jetzt sind wir gemeinsam unschlagbar, selbstständig und immer füreinander dar“.

Dankbar sind sie den Lehrern an der Medizinischen Fachschule, die ihnen die theoretischen Grundlagen der Pflege vermittelten und von denen einige schon eine Einladung zur Abschlussparty erhalten haben. Klassenlehrerin Sylvia Weigelt gehört dazu, Anne-Kathrin Hähnlein, Jasmin Ott, Mario Häs.

Sollten sich die Leser dieser Zeitung dazu durchringen, die KR18a zur „Klasse des Monats“ im April zu wählen, so würden sie darin auch eine weitere Anerkennung des schweren Berufs der Pflege sehen, den sie alle bewusst gewählt haben.

„Einen Teil der gewonnenen Geldsumme wollen wir ans Hospiz Saalfeld spenden“, sagen Alina Morgenroth und Anton Heller. Da ist sie wieder, die soziale Ader, die sie alle verbindet – ganz egal, ob in Hell- oder Dunkelblau.