Meine Meinung: Ehre, wem Ehre gebührt

Thomas Spanier über das vorläufige Ergebnis der Landratswahl von Saalfeld-Rudolstadt.

Thomas Spanier, Redaktion Saalfeld-Rudolstadt

Thomas Spanier, Redaktion Saalfeld-Rudolstadt

Foto: Peter Michaelis

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Damit hatten wahrscheinlich nicht mal die kühnsten Optimisten unter den Genossen gerechnet, die sich Sonntagabend zu einer spontanen Siegesfeier in Saalfeld einfanden. Einen Start-Ziel-Sieg mit glatten 22.000 Stimmen legte SPD-Landratskandidat Marko Wolfram hin. Seine beiden Mitbewerber kamen zusammen auf nicht mal 16.000 Wählerstimmen.

Offensichtlich wissen die Wähler den seriösen und unaufgeregten Stil des Amtsinhabers zu schätzen, der nicht zu Polemik neigt, dafür zum Ausgleich der Interessen. Ehre also, wem Ehre gebührt.

Allein mit dem Amtsbonus ist der Durchmarsch des 46-Jährigen aber nicht zu erklären. Eher schon mit der Schwäche der Mitbewerber. Dass die AfD, der es zwangsläufig noch an kommunalpolitischer Erfahrung und Kompetenz fehlt, mit Brunhilde Nauer keinen Siegertyp aus dem Hut zauberte, zeichnete sich im Wahlkampf ab.

Dass Maik Kowalleck außerhalb seines Wahlkreises die Bekanntheit fehlt, war zu erwarten. Dass der Saalfelder aber selbst in Saalfeld keinen Stich gegen Marko Wolfram sah, muss ein Alarmzeichen für die CDU sein, die auf kommunalpolitischer Ebene in Thüringen immer den Anspruch hat, zu siegen. Dabei war Kowalleck – nach dem gerade beruflich anderweitig gebundenen Kreisvorsitzenden Steffen Kania – tatsächlich der zweitstärkste aller denkbaren Kandidaten.

So deutlich zu verlieren, ist da doppelt bitter.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.