Meine Meinung: Jetzt Leseschulden abarbeiten

Guido Berg hat einen prima Tipp gegen Langeweile in Corona-Zeiten.

Reporter Guido Berg

Reporter Guido Berg

Foto: Foto: Lutz Prager

Kein Kino, keine Party, die Corona-Pandemie zwingt uns in die eigenen vier Wände. Da könnte sich schnell Langeweile breitmachen, denn Fernsehen ist nicht immer die Lösung. Mir kommt jetzt zu Gute, dass ich Wochen vor dem Corona-Ausbruch einen Anfall hatte.

Ja, ich stand in einem riesigen Buchladen und sagte mir: Du kaufst Dir jetzt zehn Bücher! Nicht irgendwelche, sondern die, von denen Du schon seit Jahren behauptest, Du hättest sie schon vor Jahrzehnten gelesen. Sie wissen, was ich meine: Leseschulden! Bei mir ist das eine ganz peinliche Liste. Aber es gibt eben Bücher, die will ich unbedingt noch vor dem Eingang in die ewigen Jagdgründe gelesen haben. Vielleicht war das damals ein erster Schub der Midlife-Krise, doch in der Corona-Krise kommt mir das jetzt zu Gute.

„Im Westen nichts Neues“ von Remarque (ich sagte ja, die Liste ist peinlich) habe ich schon durch; gerade bin ich bei „Der Meister und Margarita“ von Bulgakow, beides exzellente Romane, die man gelesen haben muss. Das gilt auch für „Jakob der Lügner“ von Jurek Becker. Doch das Beste ist, diese Bücher sind im Gegensatz zu den „Wahlverwandtschaften“ von Goethe extrem kurzweilig. Deshalb Vorsicht: Wenn Sie diese Bücher um 20 Uhr zu lesen beginnen und Sie schauen eine halbe Stunde später auf den Wecker ist es 23 Uhr!

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