Meine Meinung: Thomas Spanier über 25 Jahre Kreis Saalfeld-Rudolstadt

Unglaubliche 25 Jahre alt wird der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in zehn Tagen. Ein Alter, in dem für gemeinhin von einem erwartet wird, dass man sich vernünftig benimmt. Doch was ist schon vernünftig?!

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Es war alles andere als eine Liebesheirat, als bei der ersten Thüringer Gebietsreform im Jahr 1994 die Kreise Saalfeld und Rudolstadt mit größeren Teilen des Kreises Neuhaus und der bis dahin zu Lobenstein gehörenden Region um Lehesten zusammengezimmert wurden.

Der damals erbittert geführte Streit um die Kreisstadt – Rudolstadt ging als Favorit der Landesregierung ins Gesetzgebungsverfahren, Saalfeld als Sieger daraus hervor – bestimmte das Kleinkindalter, war in der Jugend nicht vergessen und wirkt auch nach den Jahren der Pubertät bis heute in vielen Köpfen nach.

Dasselbe gilt für die Fliehkräfte an den Rändern, wo sich Städte und Gemeinden wie Katzhütte, Lichte, Gräfenthal oder Lehesten stets als fünftes Rad am Wagen fühlten. Lichte und Piesau haben inzwischen den Rückzug nach Neuhaus angetreten, Katzhütte ist in dieser Frage tief gespalten, Lehesten verhagelte eine völlig verkorkste rot-rot-grüne Gemeindegebietsreform das Tête-à-Tête mit Wurzbach und Bad Lobenstein.

Dass sich die Einwohnerzahl im Landkreis binnen des historisch kurzen Vierteljahrhunderts um mehr als ein Viertel verringert hat, dass die Wirtschaft stagniert, der Tourismus lahmt, die Region vom Fernverkehr der Bahn abgekoppelt und an die Autobahnen noch immer nicht gut angebunden ist, sind Fakten, die es schwer machen dürften, die letzten 25 Jahre als Erfolgsgeschichte zu verkaufen. Man darf gespannt sein.

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