Meine Meinung: Thomas Spanier über den neuen Kreistag

Über die Bedeutung des ersten Mals wurden ganze Bücher geschrieben. Hirnforscher haben herausgefunden, dass wir in Bruchteilen von Sekunden intuitiv entscheiden, ob uns jemand sympathisch oder unsympathisch ist.

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Selbst wenn man sich zu Zweisamkeit aufgerafft hat, entscheiden sich die wichtigen Dinge ganz am Anfang. Wer den ersten Urlaub plant, wird das zumeist für die gesamte Dauer der Beziehung tun. Wer als Erster den Staubsauger in die Hand nimmt, ist immer dran. Das ist unter Paaren nicht anders als in größeren Gruppen – zum Beispiel von Hobbypolitikern.

Deshalb war es angeraten, bei der ersten Sitzung des neuen Kreistages am Dienstag auf die Nuancen zu achten. Die Sitzordnung – zweckmäßig. Der Umgangston – höflich. Die Kleiderordnung – je nach persönlichem Geschmack. Die Personalien – ohne Gegenkandidaten. Die Abstimmungsergebnisse – respektabel bis phänomenal. Misstöne – Fehlanzeige.

Hätte sich Oliver Weder in seiner Dankesrede nicht den Freudschen Versprecher „zum Wohle des Landrates“ geleistet, die konstituierende Sitzung hätte als Lehrstück parlamentarischer Harmonie in die 25-jährige Geschichte des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt eingehen können. Gegen das, was am Dienstag im Krankenhausspeisesaal unter den großformatigen Bildern des sozialistischen Realismus geboten wurde, war die Nationale Front der DDR ein wüster Haufen von Streithammeln.

Und die AfD? War auch da.

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