Meine Woche

Meine Woche: Mit Helm in die Küche

Im Haushalt sterben jedes Jahr mehr Menschen als im Straßenverkehr. Das muss nicht sein, meint Thomas Spanier in einer Kolumne zum Wochenende.

Thomas Spanier, Redaktion Saalfeld-Rudolstadt

Thomas Spanier, Redaktion Saalfeld-Rudolstadt

Foto: Peter Michaelis

Wer sich mit den DIN-Vorschriften für den Bau neuer Feuerwehrgerätehäuser beschäftigt – und den Statistiken der Feuerwehr-Unfallkassen -, wird schnell erkennen, dass die größte Gefahr für die Kameraden von anderen Kameraden ausgeht. Tausende ehrenamtliche Helfer rutschen jedes Jahr auf feuchtem Untergrund aus, verfangen sich in Schlauchschlingen oder werden vom Einsatzfahrzeug getroffen. Es wimmelt in den Unfallberichten nur so vor gebrochenen Beinen, verdrehten Gelenken und geschädigten Lungen. Leider kommen gelegentlich im Dienst auch Feuerwehrleute ums Leben.

Was beispielsweise zur Folge hat, dass beim Neubau des Gerätehauses in Kirchhasel ein separater Zugang für den Einsatzfall geschaffen werden muss. Damit der verspätet eintreffende Kamerad nicht vom bereits ausrückenden Fahrzeug vor dem Tor erfasst wird. Im bisherigen Objekt wären ungewollte Zusammenstöße noch schwerer zu vermeiden gewesen. Hier mündet die Ausfahrt direkt auf die Ortsdurchfahrt in Richtung Catharinau.

Dass das Leben prinzipiell lebensgefährlich ist, muss man an dieser Stelle ja niemandem erklären. Manch einer versucht das Risiko zu minimieren, indem er Flüge oder Autofahrten meidet und am besten gar nicht mehr aus dem Haus geht. Das ist genau der falsche Ansatz, Freunde! Während bei Unfällen im Straßenverkehr in Deutschland jährlich rund 3500 Menschen ihr Leben lassen – also ungefähr sechsmal so viele, wie Kirchhasel Einwohner hat -, erliegen Jahr für Jahr 8000 Leute einem Unfall im Haushalt. Laut Robert-Koch-Institut, das sich auch mit solchen Belanglosigkeiten beschäftigt, erleiden 2,8 Millionen Bundesbürger im Jahr einen Unfall in den eigenen vier Wänden, jenem Ort, an dem sie sich am sichersten wähnen.

Die Liste der lauernden Gefahren ist so lang und dick wie ein C-Schlauch. Kochendes Wasser, heißes Fett, Toaster, Föhn und Staubsauger, Messer und Scheren, Putz-, Insektenbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel, scharfe Kanten und ungesicherte Gegenstände. All das kann uns umbringen, vor allem dann, wenn wir es eilig haben oder müde sind. Der gefährlichste Ort dabei: die Küche.

Unter den Tipps, die die Deutsche Familienversicherung zur Vermeidung von Haushaltsunfällen gibt, gefällt mir einer besonders: „Nutzen Sie eine persönliche Schutzausrüstung z.B. Helme!“ Ab jetzt sieht man mich nur noch mit Stahlhelm in der Küche. Wenn überhaupt.

Schönes Wochenende!