Meine Meinung

Meinung: Wenn schon, dann richtig

Thomas Spanier über die Crux mit alten Gemäuern und radikale Lösungen - ein Meinungsangebot

Thomas Spanier, Redaktion Saalfeld-Rudolstadt

Thomas Spanier, Redaktion Saalfeld-Rudolstadt

Foto: Peter Michaelis

So ist es häufiger mit alten Gemäuern. Man will eine Kleinigkeit ausbessern und saniert am Ende das ganze Haus. Da geht es dem Rudolstädter Theater nicht anders, als dem privaten Hausbesitzer. Eigentlich sollten nach dem Wassereinbruch von 2013 nur das Mauerwerk trockengelegt und die Besuchertoiletten ins Erdgeschoss verlegt werden. Zwei Millionen Euro aus der Hochwasserhilfe wollte das Land dafür springen lassen.

Dann wurde deutlich, dass dies bestenfalls ein Provisorium sein könnte. Wenn schon, dann richtig, lautete fortan die Devise. Aus der Trockenlegung wurde ein Umfassungsbau als wasserabweisende „Weiße Wanne“, aus den zwei wurden neun Millionen Euro, später elf, als klar wurde, dass die gesamte Elektrik erneuert werden muss. Weitere Veränderungen im Planungsprozess und eine Baupreisindexerhöhung später ist man bei knapp 14 Millionen Euro angekommen. Ob es dabei bleibt? Noch sind über ein Jahr Zeit für weitere Überraschungen.

Bei Lichte betrachtet, ist das alte Haus übrigens gar nicht so alt. In der jetzigen Form mit Bühnenhaus, Anbau und Zuschauerraum mit Tribünenanstieg wurde es erst im Sommer 1986 eröffnet. Die Grundschule in Uhlstädt war in dieser Zeit gerade im Entstehen. Der 1987 eröffnete Plattenbau neben der Bahnlinie Leipzig - Probstzella ist inzwischen schon wieder seit 15 Jahren Geschichte. Will sagen: Es gibt auch radikalere Lösungen für alte Gemäuer. Die nicht zwingend teurer sein müssen.