Migranten in Saalfeld fordern mehr Gerechtigkeit

Saalfeld.  Rund 40 Flüchtlinge demonstrierten am Donnerstag gegen Rassismus und Abschiebung sowie für eine bessere Unterbringung.

Vorm Landratsamt in Saalfeld verkündeten die Demonstranten ihre Kernforderungen und sprachen sich gegen Rassismus aus.

Vorm Landratsamt in Saalfeld verkündeten die Demonstranten ihre Kernforderungen und sprachen sich gegen Rassismus aus.

Foto: Robin Kraska

Über 40 Flüchtlinge und mehrere Aktivisten aus der Region haben am Donnerstagvormittag gegen Abschiebungen, Rassismus und Ungerechtigkeit im Asylverfahren demonstriert. Initiator war die Initiative „Refugee Black Box Community“ aus Rudolstadt.

Angemeldet hatte die Demo ein Einwanderer aus Nigeria, der aktuell selbst gegen seinen Ablehnungsbescheid klagt. Dazu forderten die Demonstranten bessere Unterbringungen, vor allem von Familien mit mehreren Kindern.

Mit Lautsprechern, Schildern, Sprechchören und Gesängen verkündeten die Demonstranten ihre Forderungen zunächst auf dem Marktplatz in englischer Sprache, wobei deutsche Mitdemonstranten Kernpunkte übersetzten. „Wir sind nicht für Gewalt gekommen oder um Probleme zu machen“, beteuerten die Demonstranten.

„Bitte helft uns“, „Wir sind keine Tiere, sondern Menschen“ und „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, appellierten sie weiter. Auf Pappschildern war unter anderem zu lesen „Migration ist keine Kriminalität“ und „Stoppt Abschiebungen“ sowie „Freiheit für alle politischen Gefangenen“. Ein Mann betonte, Nigeria sei kein sicheres und demokratisches Herkunftsland.

In emotionalen Redebeiträgen berichteten einige Teilnehmer von schlechten Erfahrungen mit Verwaltung und Gerichtsbarkeit sowie quälend langen Verfahren.

Hitzige Atmosphäre

Nachdem die Gruppe auf dem Markt demonstriert hatte, zog sie unter Polizeigeleit weiter zum Landratsamt, wobei Fleischgasse und Schlossstraße kurzzeitig für den Verkehr gesperrt waren. Vor der Behörde erhitzte sich die Stimmung leicht, Demonstranten bezeichneten Mitarbeiter der Ausländerbehörde als Rassisten und kritisierten ungerechte Behandlung. Zu Tätlichkeiten kam es nicht.

Ihrem Willen, Landrat Marko Wolfram (SPD) zu sprechen, um ihm ein Schreiben mit allen Forderungen zu übergeben, konnte dieser wegen Abwesenheit nicht nachkommen. Eine anschließende Diskussion mit zwei dazugekommenen Mitarbeitern der Ausländerbehörde verlief gleichfalls emotional, aber friedlich.