Ministerieller Besuch in Saalfeld: Förderung für Klubhaus ist drin

Saalfeld  Rundgang in Sachen Stadtentwicklung: Vertreter des Thüringer Infrastrukturministeriums besahen sich Saalfeld. Dabei ging es unter anderem um die Förderfähigkeit des Klubhauses.

Besuch im Klubhaus: Vertreter des Thüringer Infrastrukturministeriums begaben sich am Mittwoch auf einen Rundgang in Saalfeld, um sich über Erfolge und Probleme der Stadtentwicklung in der Kreisstadt zu informieren. Foto: Guido Berg

Foto: Guido Berg

Eigentlich hatte Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania (CDU) den geplanten Stadtrundgang mit Birgit Keller (Linke) nutzen wollen, um ihr eine Landesförderung für die Sanierung des städtischen Klubhauses ans Herz zu legen. Doch die Thüringer Ministerin für Infrastruktur musste kurzfristig absagen. Gleichwohl blieb es am Mittwoch bei dem Stadtrundgang und auch beim Besuch des „Klubhauses der Jugend“.

An Kanias Seite waren statt der Ministerin nun Referatsleiterin Anja Maruschky und weitere Ministerielle, empfangen wurden sie im Klubhaus von den Mitgliedern des Klubhaus-Vereins, Sören Seefeldt, Stephan Wohlmann und Jens Leuschner. Diese erklärten die Funktionsweise der Vereinsarbeit: „Unser Konzept ist, der Jugend hier Aufgaben zu geben und so Erfolgserlebnisse zu generieren.“

Die Referatsleiterin zeigte sich sehr angetan: „Man ist schon begeistert, wenn man hier reinkommt.“ Sie signalisierte grünes Licht für eine Förderung der Sanierung, die die Stadt Saalfeld, wie Kania erklärte, aus eigenen Mitteln nicht stemmen kann. „Das ist ein typisches Städtebauförderprojekt“, versicherte Anja Maruschky. Das Haus befinde sich im Fördergebiet, markiere einen Stadteingang und werde für die soziale Jugendarbeit genutzt.

Die für Städtebau zuständige Referatsleiterin signalisierte sogar Flexibilität in der Betrachtung dieses Sanierungsvorhabens: „Wenn Wege ins Leere laufen, müssen neue gefunden werden.“ Dazu Saalfelds Bürgermeister: „Das hören wir mit Freude.“ Station des Stadtrundgangs in Sachen Stadtentwicklung war auch der ehemalige Industrie-Konsums (Inko).

Ideen entwickeln für Wohngebiet Beulwitz

Dazu erklärte Matthias Föhse, Leiter des Stadtentwicklungsamtes: „Wir haben den Bauantrag vorliegen.“ Der Baustart könne in wenigen Wochen erfolgen. Das „Zeugnis des neuen Bauens“ wird zum Standort der Saalfelder Software-Firma Batix umgebaut (wir berichteten). Für das Projekt sind auch Städtebaufördermittel vorgesehen.

Wie Cordula Wiegand, Geschäftsführerin des Sanierungsträgers, der Wohnungsgesellschaft Saalfeld (Wobag), erklärte, sei die Fördermittelbeantragung umfangreich und bedinge das Ausfüllen vieler Unterlagen durch den Bauherren. „Geschenktes Geld hat Bedingungen“, erklärte Cordula Wiegand. Beim Marstall des als Musikschule genutzten Schlösschens Kitzerstein sei auch „Bewegung“ hinsichtlich einer Sanierung zu verzeichnen, erklärte Kania während des Rundganges. Für den Marstall gelte „ein Nutzungsverbot“, es herrsche „dringender Handlungsbedarf“.

Im Vorfeld des Rundganges hörte die Delegation aus Erfurt einen Vortrag von Stadtplaner Föhse. Aus seiner Sicht sei der Stadtumbau in Saalfeld seit 1990 „eine Erfolgsgeschichte“, worin ihm Referatsleiterin Maruschky beipflichtete. Gleichwohl mahnte Föhse für das Wohngebiet ehemalige Kaserne Beulwitz aus sozialen Gründen eine intensive Steuerung und Betreuung an – „sonst haben wir da irgendwann das erste echte Problem“.

Schlechte Noten stellte Föhse der Thüringer Gebietsreform aus. Sie sei „nicht glücklich gelaufen“. Grund für diese Bewertung ist die Tatsache, dass die Gemeinde Unterwellenborn eigenständig geblieben ist und nicht zu Saalfeld gehört „trotz sehr großer stadträumlicher Nähe“. Unterwellenborn weise Wohngebiete aus, die zur „Abwanderung aus Saalfeld“ führen könnten. Stadtplaner Föhse: „Sie steuern, wir müssen gegensteuern.“

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