Buchpremiere in Rudolstadt

Mit Kalbsfrikadellen und Krebspasteten

Rudolstadt.  Kulinarische Präsentation zur Premiere der Neuauflage des Kochbuches von Schillers Schwiegermutter Louise von Lengefeld in Rudolstadt.

Rezepte aus dem privaten Kochbuch von Schillers Schwiegermutter Louise von Lengefeld sind jetzt neu aufgelegt worden. Anlässlich der Buchpremiere wurden den Gästen im Rudolstädter Löwensaal Speisen und Getränke nach Rezepten aus dem Buch serviert, darunter Krebs auf Pastete.

Rezepte aus dem privaten Kochbuch von Schillers Schwiegermutter Louise von Lengefeld sind jetzt neu aufgelegt worden. Anlässlich der Buchpremiere wurden den Gästen im Rudolstädter Löwensaal Speisen und Getränke nach Rezepten aus dem Buch serviert, darunter Krebs auf Pastete.

Foto: Foto: Heike Enzian

„Was würde Louise wohl sagen, wenn sie uns heute hier so festlich versammelt sehen würde“, sagte Schillerhaus-Leiterin Daniela Danz am Freitagabend zum Auftakt der kulinarischen Präsentation zur Premiere des Kochbuches von Schillers Schwiegermutter Louise von Lengefeld im Rudolstädter Löwensaal. „Auf jeden Fall ist sie damit jetzt in einer Liga mit ihrem Schwiegersohn, ihren Töchtern Charlotte und Caroline und ihrem Mann: Sie alle haben Bücher veröffentlicht“. Etwa 80 Gäste ließen sich am Freitagabend Speisen und Getränke schmecken, zubereitet nach den Rezepten aus dem über 200 Jahre alten Kochbuch. Serviert wurden unter anderem Kalbsfrikadellen, Limettenauflauf sowie Krebs auf Pastete. Und Punsch. Der hat es ganz schön in sich und war besonders beliebt in der kalten Jahreszeit im Hause Lengefeld. Eigentlich, so sagt es zumindest Tochter Caroline im Schillerfilm „Die geliebten Schwestern“, wollte Louise das Rezept mit in den Tod nehmen. Aber dann verriet sie es doch einmal beim nachmittäglichen Tee und Caroline schrieb mit.

Von Punsch und Postsuppe

Die Rezepte von damals ins Heute übersetzt, Zutaten und Zubereitungsarten auf die Gegenwart übertragen und nicht zuletzt den Praxistest absolviert hat Birk Töpfer, ein Kunstwissenschaftler und Koch. „Er war die Nadel im Heuhaufen, die wir dafür gesucht haben“, ließ Daniela Danz wissen. Beide plauderten über die Kochgewohnheiten zur Schillerzeit. „Konservierung war damals ein großes Thema“, so der Koch. So ist aus dieser Zeit die so genannte „Postsuppe“ überliefert. „Ein aufwendiges Rezept, bei dem Riesenmengen Fleisch ewig und drei Tage gekocht wurden, so dass am Ende eine hochkonzentrierte Fleischpaste übrig blieb. Diese konnte man später mit heißem Wasser aufgießen und hatte eine leckere Brühe“, sagte er. Weil das auch auf den langen Reisen mit den Kutschen möglich war, bekam das Gericht diesen Namen. Und warum findet man in jedem zweiten Rezept den Hinweis: Butter wässern? „Butter wurde damals mit reichlich Salz haltbar gemacht. Wollte man sie zum Beispiel für die Zubereitung von Süßspeisen verwenden, musste das Salz gelöst werden“, so der Fachmann. „Außerdem hat man damals schon gemacht, was heute wissenschaftlich erwiesen als gesund gilt. Die Verwendung von Meerrettich zum Beispiel als Mittel zum Schutz der Zellen und zur Stärkung des Immunsystems“, erklärte Daniela Danz.

Das Publikum im Saal lauschte den Anekdoten und ließ sich das Sechs-Gänge-Menü mit dem Winterapfel zum Finale schmecken. Dazu gab es Klaviermusik und Filmausschnitte. Zubereitet wurden die Speisen nach dem historischen Vorbild vom Team der Genusswerkstatt Rudolstadt.

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