Moped der Freundin abgefackelt: Rudolstädter verurteilt

Rudolstadt  Gerichtsbericht Mehrfach vorbestrafter Rudolstädter wird zu Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt

Auf diesem Parkplatz in der Weststraße hat am 3. Juni 2018 ein Moped gebrannt. 

Auf diesem Parkplatz in der Weststraße hat am 3. Juni 2018 ein Moped gebrannt. 

Foto: Heike Enzian

Der Prozess gegen einen 46-jährigen Rudolstädter, der aus Rache und Eifersucht das Moped seiner Ex-Freundin angezündet und weitere Straftaten verübt haben soll, ist abgeschlossen.

Das Gericht ist von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Er ist wegen vorsätzlicher Brandstiftung in Verbindung mit fahrlässiger Brandstiftung, unerlaubtem Entfernen vom Unfallort sowie unerlaubtem Besitz von Waffen und explosiven Stoffen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt worden. Der Haftbefehl gegen den mehrfach vorbestraften Täter bleibt aufrecht erhalten.

Das Gericht ist davon überzeugt, dass sich der Angeklagte am Abend des 3. Juni 2018 auf den Parkplatz in der Weststraße in Rudolstadt begeben hat, um dort das Moped seiner früheren Lebensgefährtin, welches er ihr einst selbst geschenkt hatte, anzuzünden. Dabei hatte auch ein nebenstehendes Motorrad Feuer gefangen. Beim Verlassen des Parkplatzes kam es zum Zusammenstoß mit einem anderen Pkw, an dem erheblicher Sachschaden entstand. Trotzdem entfernte sich der Mann unerlaubt vom Unfallort. Sein Fahrzeug wurde später von der Polizei am Saaleknie gefunden. Ein Fährtenhund verfolgte die Spur des Täters, ein Polizeihubschrauber war im Einsatz.

Der Mann wurde kurz nach Mitternacht auf seinem Grundstück festgenommen. Er hatte erhebliche Brandverletzungen. Zudem wurden bei ihm eine Präzisionsschleuder und zwei Knallkörper sicher gestellt.

Als Motiv für die Brandlegung sieht das Gericht Rache und Eifersucht. Die Frau hatte sich kurz zuvor von ihm getrennt und sich wieder einem früheren Freund zugewandt. Die Beteiligung eines unbekannten Dritten, wie es der Angeklagte weismachen wollte, hält das Gericht für frei erfunden. Auch die eigens auf Antrag der Verteidigung gehörten Zeugen konnten daran nichts ändern. Zu widersprüchlich und schwammig blieben ihre Aussagen.

„Es gibt viel zu viele Merkwürdigkeiten und Fälligkeiten, was die Geschichte des unbekannten Dritten betrifft. Es ist völlig unglaubwürdig, dass genau an dem Tag das Auto des Angeklagten entwendet wurde, als das Moped brannte und dass er sich ausgerechnet an dem Tag auch noch Brandverletzungen beim Grillen zugezogen haben will“, so der Richter in der Urteilsbegründung. Außerdem habe nur der Angeklagte selbst Interesse daran, das Fahrzeug verschwinden zu lassen. Ein Dritter hätte es vermutlich in der Nähe des Hauses des Angeklagten abgestellt. „Wir sind von seiner Schuld überzeugt und glauben ihm die Geschichte des unbekannten Dritten nicht“, so der Richter.

Auf Grund der unterschiedlichen Delikte und der Zahl der Vorstrafen bildete das Gericht eine Gesamtfreiheitsstrafe ohne Bewährung. Damit folgt es im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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