Kreispolitik

Musikschulen im Landkreis sehen sich gut aufgestellt

Als einer von nur vier Landkreisen in Thüringen unterhält Saalfeld-Rudolstadt zwei Musikschulen. Die Auslastung der renommierten Einrichtungen ist gut.

Musikschule Saalfeld 2019: Ein Konzert der Musikschule Saalfeld vergangene Woche (28.10.2019-03-11.2019).

Musikschule Saalfeld 2019: Ein Konzert der Musikschule Saalfeld vergangene Woche (28.10.2019-03-11.2019).

Foto: Robin Kraska

Zu Gast im jüngsten Ausschuss für Kultur und Bildung des Kreistages, der am Mittwoch, 6. November, im Saalfelder Schloss tagte, waren zwei Musikpädagoginnen: Jana Bauer und Brigitte Uch, Leiterinnen der vom Landkreis getragenen Kreismusikschulen in Saalfeld beziehungsweise Rudolstadt. Sie berichteten unter anderem über ihre Arbeit, aktuelle Projekte und die Personalsituation.

Zuvor gab Christine Bloßfeld als Leiterin des Schulverwaltungsamts nicht nur einen Überblick über die allgemeinen Schülerzahlen im Kreis sondern teilte auch mit, dass die Musikschulen im Freistaat aufgerufen waren, noch in 2019 zusätzliche Fördermittel des Landes zu beantragen, was fristgerecht zum 1. Oktober geschehen sei. Die exakte Höhe stehe noch nicht fest, die Amtsleiterin sprach von zunächst insgesamt fünf Millionen Euro für die Thüringer Schulen. „Wir hoffen darauf, dass es keine einmalige Sache bleibt.“

Längere Betreuung als in anderen Schulformen

Laut Jana Bauer lernen an der traditionsreichen Saalfelder Musikschule im Schlösschen Kitzerstein derzeit rund 600 Schüler, angeboten werden etwa 25 Instrumente, darunter sämtliche Orchesterinstrumente, sowie Gesang und musikalische Früherziehung. Die zumeist jüngeren Nachwuchsmusikanten werden von 14 hauptamtlichen Lehrern und 17 Honorarkräften unterrichtet. Allen gemein ist ihre einschlägige musikalische und pädagogische Qualifikation, die zwingend auch ein Musikstudium einschließt. „Sicher auch ein Grund für unser hohes Ansehen in der Region“, so Bauer. Und ergänzte, ohne die private Konkurrenz abwerten zu wollen: „In manchen Privatschulen scheint das Motto zu sein ‘der Lehrer muss eine Stunde weiter sein, als sein Schüler’“. Wie Bauers Rudolstädter Kollegin Brigitte Uch ergänzte, verzeichne man generell viele Übergänge von Privaten. „Dann stellen wir manchmal fest, dass dort die Grundausbildung nicht gut genug erfolgt.“

Besonderen Wert lege man auf Breiten- und frühkindliche Förderung, etwa mit dem von der Staatskanzlei geförderten Projekt „Instrumentenkarusell“, wofür mit den Grundschulen in Lehesten und Dittrichshütte kooperiert wird. Ausschussmitglied und Uhlstädt-Kirchhasels Bürgermeister Toni Hübler (CDU) interessierte in diesem Zusammenhang die Aufteilung der Schülerschaft aus Städten und dem ländlichen Raum. „Wir beobachten, dass je höher der zeitliche und organisatorische Aufwand für die Eltern ist, umso geringer werden die Zahlen“, so Bauer. Stolz ist sie auf die 17 Ensembles in ihrer Schule und das älteste Jugendsynfonieorchester an einer Musikschule ganz Deutschlands. Klassische „Wartelisteninstrumente“, weil besonders gefragt, seien Gitarre, Klavier und Geige.

Jedem Schulkind sein Instrument?

Brigitte Uch zählt derzeit ebenfalls circa 600 Schüler an ihrer Schule in Rudolstadt-Volkstedt und hob die identitätsstiftende und sozial bindende Wirkung hervor. „Einige beginnen schon mit vier Jahren bei uns und bleiben bis zu 14 Jahre - somit betreuen wir unsere Schüler länger, als alle andere Schulformen“, so die Pädagogin. Darüber hinaus biete die Musikschule eine gute Struktur; auch für jene, denen sie zu Hause vielleicht fehle. Und: „Es gibt viel mehr Kontaktmöglichkeiten, als im regulären Schulalltag. Oft entstehen fruchtbare Kontakte quer durch alle Schichten“. In Rudolstadt lehren 14 Hauptamtliche, die meisten in Vollzeit, und 14 Honorarkräfte. Uch lobte, dass der Kreis seine Hand über die Schulen halte und so unter anderem auch eine faire Bezahlung, insbesondere der Freien, ermögliche. Und fand vor dem Hintergrund der jüngst mit Tablets ausgerüsteten Regelschule Königsee: „Wenn jedes Kind sein Tablet bekommt, sollten wir auch jedem Kind sein Instrument zur Verfügung stellen. Denn Musik trägt unser aller Leben!“

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