Peinliche Niederlage für Traktor Teichel beim FSV Schleiz (Update)

Schleiz/Kaulsdorf  In der Fußball-Landesklasse kassiert die SG Traktor Teichel beim FSV Schleiz eine 1:7 (0:2)-Niederlage. Und auch die TSG Kaulsdorf kann gegen Kahla beim 1:4 (0:3) nicht überraschen. Beim FC Saalfeld macht Omeljanenko die Gäste beim 2:1-Sieg glücklich.

In Schleiz waren die FSV-Akteure immer eher am Ball als die Akteure der SG Traktor Teichel.

In Schleiz waren die FSV-Akteure immer eher am Ball als die Akteure der SG Traktor Teichel.

Foto: Alexander Hebenstreit

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Zunächst alle entschuldigenden Momente: Enke, Förster, F. Baumgart, Dörfler, Arper und Trinkler standen bei der SG Traktor Teichel nicht zur Verfügung. Schröter und Breuker schieden verletzt aus. Was die anderen Akteure in der Rennstadt boten, war fußballerische Schmalkost ohne Saft und Kraft, bis man sich am Ende förmlich ergab und in vier Minuten drei Tore kassierte (86., 89., 90.)!

Von Beginn an ließen die Gastgeber erkennen, dass sie den Sieg wollen. Sie waren stets den berühmten Schritt schneller und gingen auch recht gewürzt in die Zweikämpfe. Besonders Schröter, anfangs recht agil, wurde so wiederholt ausgebremst. Die Folge: Teicheler Offensivgeschehen fand so gut wie gar nicht statt. Die Platzherren indes witterten Morgenluft. Nach 15 Minuten hieß es 1:0. Berger wurde nicht angegriffen, als er Richtung Strafraum marschierte und frei abziehen konnte. Eine knappe halbe Stunde war gespielt. TW Rößler konnte einen satten 20-m-Schuss nur noch abklatschen. Nietsch wurde Nutznießer und netzte aus Nahdistanz ein.

Die zweite Halbzeit war kaum angepfiffen, da hieß es 3:0. Nur zwei Minuten später fiel das 3:1. Ein Müller-Sachs Freistoß war Ausgangspunkt des Treffers, den der Schleizer Eichelkraut schließlich selbst markierte. Nun keimte so etwas wie Hoffnung auf, weil gleich danach Breukert die gute Gelegenheit zum Anschlusstreffer hatte, sie aber nicht nutzen konnte. Einen Kopfball Kirstens nach Freistoß von Müller-Sachs konnte der Keeper zum nichts einbringenden Eckstoß klären. Als aber der FSV zum wiederholten Mal von einem Fehlabspiel der Teicheler im Mittelfeld profitierte und Stankowski quasi hinter einer zu weit aufgerückten Gästeabwehr zum 4:1 einschießen konnte, war die Partie gelaufen.

Shakespeare hatte wohl recht: „Die Hoffnung ist oft ein Jagdhund ohne Spur.“ Und diese wurde dann in einer chaotischen Schlussphase völlig vernichtet. Scheibenschießen in den letzten vier Minuten. Stehende, entmachtete Abwehr, bedauernswerter Schlussmann, den man aus nächster Nähe befeuerte: 7:1. Rekordniederlage in der Landesklasse, mit der man den beiden urlaubenden Trainern unbehagliche Grüße gesendet haben dürfte. Die Schleizer können sich bedanken, dass sie auf eine Elf trafen, der zumindest an diesem Tage viele ihrer Tugenden abhanden gekommen schienen. Die Platzherren erwiesen sich als solche , haben die Gästeschwäche weidlich genutzt und ihren unerkennbaren Siegeswillen mehr als belohnt.

Entscheidung in Kaulsdorf vor der Pause

Auf verlorenem Posten standen auch die Kaulsdorfer gegen die BSG Chemie Kahla. Nach den drei Punkten aus der Vorwoche wollten die Gastgeber auch gegen Kahla versuchen, etwas mitzunehmen. Ein großes Abtasten gab es zwischen den beiden Teams nicht. Nach drei Minuten verzog Esefeld nach Freistoß Lindow. Kurz darauf ging der Gast durch Bahner etwas glücklich in Führung (5.). M. Ruderisch hatte zwei Minuten später die große Gelegenheit zum Ausgleich. Er kam frei zum Kopfball, setzte ihn aber knapp neben den Kasten. Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Gäste immer mehr das Geschehen. Die Folge war das 0:2 durch Olenberg. Nach einem Standard ließ er Torwart Wolf per Kopf keine Abwehrmöglichkeit (13.).

Die Kahlaer machten weiter Druck . Mit einem sicheren Spielaufbau brachten sie ihre schnellen Spitzen immer wieder in gute Abschlusspositionen. Die TSG hatte Mitte von Halbzeit eins den spielstarken Gästen wenig entgegen zusetzten. Entlastungsangriffe verpufften meist durch Unkonzentriertheiten im Spielaufbau. Schnelle Ballverluste waren die Folge. Nach einer halben Stunde schlugen die Gäste zum dritten Mal zu. Wieder war es ein Standard, den die Heimelf schlecht verteidigte. Kurz vor der Pause hätten sie auch auf vier stellen können, doch Wolf parierte einen Elfer von Enkelmann großartig.

Im zweiten Abschnitt waren die Kaulsdorfer besser im Spiel. Man gewann im Mittelfeld Gleichwertigkeit und kam so auch zu schnellen Gegenangriffen. Einen solchen, inszeniert über Esefeld und Merkl, schloss Meier zum 1:3 ab (61.). Eigentlich wollten die Gäste die Partie locker herunterspielen. Nun mussten sie aber wieder mehr machen, um nicht unnötig in Bedrängnis zu geraten. Wolf reagierte drei Mal großartig und hielt somit die TSG im Spiel. Aber auch der Anschlusstreffer für Kaulsdorf war möglich. Zwei Mal zischte der Ball knapp neben oder über den Kasten. Ein weiteres Tor nach einem Freistoß brachte dann die Entscheidung zu Gunsten der Gäste. Olenberg schaltete eine Viertelstunde vor Ultimo im Strafraum am schnellsten und es stand 4:1 aus Sicht der Gäste. Am Ende nimmt der Tabellenführer verdientermaßen drei Punkte vom Aufsteiger mit.

Glücklicher Erfolg des FC Saalfeld beim FC Zeulenroda

Bei miesem Herbstwetter war der FC Saalfeld nach Zeulenroda gereist, um auch endlich auswärts etwas zu erreichen. Die 65 Zuschauer, darunter auch viele Saalfelder erlebten, eine auf gutem Niveau stehende Landesklassenpartie mit viel Kampf, aber auch mit spielerischer Qualität auf beiden Seiten und am Ende konnten die mitgereisten Fans mit der Mannschaft über drei Punkte jubeln, die nicht unverdient an die Saale wandern.

Die ersten Minuten gehörten wie immer in den bisherigen Auswärtsspielen den Saalfeldern, die aber nicht gleich den unbedingten Torerfolg suchten, sondern diesmal aus einer sicheren Abwehr agierte. Nach einer Viertelstunde bekamen die Gastgeber ihr Spiel besser in den Griff und übernahmen immer mehr das Kommando, ohne allerdings die diesmal sehr aufmerksame Abwehr der Gäste vor große Probleme, allen voran Torwart T. Jockiel, der eine einwandfreie Partie lieferte, zu stellen. Die meisten Angriffe der Gastgeber endeten an der Strafraumgrenze und deshalb versuchte es man mit Fernschüssen, die aber das Tor meistens verfehlten.

Der FC versuchte es mit Kontern, die aber auch wenig einbrachten und auch nicht den nötigen Biss besaßen. Deshalb fand das sich gut ansehende Spiel überwiegend im Mittelfeld statt, woran beide Mannschaften ihren Anteil hatten. Die meiste Gefahr der Gastgeber ging vom Routinier Sengewald aus, dessen Freistöße eine Augenweide waren und auch Gefahr brachten, aber nicht verwertet werden konnten. Die beste Möglichkeit der Gäste hatte S. Kleyla, als er ein Solo starte und im Strafraum Elfmeterreif gefoult wurde, aber der Pfiff des ansonsten gut leitenden Schiedsrichter Eschler aus Jena blieb aus.

Nach der Pause blieb die gute Qualität der Partie weiter erhalten. Die Gastgeber investierten jetzt aber noch mehr in den Angriff und waren wiederum mit ihren Standards sehr gefährlich, die aber ihre ausgesprochenen langen Recken vor dem Jockiel-Tor nicht nutzen konnten, da die Abwehr der Gäste auch im zweiten Spielabschnitt ihre Aufgaben meisterten. Nach einer Stunde dann doch die Führung der Gastgeber, als sich Dustin Schmidt über rechts durchsetzte und seine scharfe flache Eingabe vom Saalfelder zum Entsetzen aller ins eigene Tor abfälschte. Jetzt warfen die Gäste alles nach vorn und bedrängten das Zeulenrodaer Tor vehement und es gab auch gute Tormöglichkeiten. Die erste große durch den Unglücksraben C.Rühr selbst, als er einen Eckball kurz vor dem Tor freistehend vergab. Weitere gute Möglichkeiten fanden einfach nicht den Weg ins Tor. Die Gastgeber blieben aber auch bei ihren wenigen Vorstößen immer gefährlich, so war das inzwischen total offene Spiel für beide ein Tanz auf der Rasierklinge. Am Ende zahlte sich der offene Kampf dann doch noch aus, denn der eingewechselte E. Omeljanenko konnte nach gekonnten Anspielen die Gastgeber zweimal überrumpeln und den langersehnten Auswärtsdreier etwas glücklich, aber jederzeit verdient sichern.

Den Gastgebern muß man bescheinigen ein gutes Spiel geliefert zu haben, aber am Ende siegte halt der Glücklichere, denn ein Remis wäre dem Spielverlauf nach sicherlich gerechter gewesen. Mit diesem Auswärtssieg hat der FC die Tuchfühlung nach oben wieder hergestellt.

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